Servus Systems

Messe München bastelt neuen ITK-Event

29.10.2008
Von Katharina Friedmann 

Ende der Talfahrt

Als Ersatz kündigte Systems-Chef Dittrich zwei neue Branchen-Events an: Zum einen soll die bisherige Systems IT Security Area in einer eigenständigen Sicherheitsmesse aufgehen. Sie findet erstmals im Sommer 2009 (23. bis 25. Juni) statt und bietet neben IT-Security-Anbietern auch auf klassische beziehungsweise physische Sicherheitslösungen spezialisierten Firmen eine Präsentationsfläche für ihre Neuheiten. Zum anderen ist für Oktober ein bislang namenloser ITK-Event geplant, dessen Konzept sich noch in der Kreativwerkstatt der Messeverantwortlichen befindet. Um ein völlig neues Format soll es sich handeln, das sich weniger auf Techniken oder Produktvergleiche als auf aktuelle und zukünftige Themen wie etwa Green IT, Unternehmenskommunikation, Handel, Einsatz mobiler Systeme konzentrieren wird.

Münchens künftiger ITK-Event

Die seit 1969 veranstaltete Computermesse Systems hat sich überlebt. Messechef Klaus Dittrich und sein Team arbeiten unter Hochdruck an einem zeitgemäßen Konzept. Klar ist bislang, dass die erfolgreiche Security Area nächsten Juni als eigenständige Spezialmesse ITSEC antritt. Außerdem entsteht bis Oktober 2009 ein vermutlich auf drei Tage ausgelegter ITK-Event. Die noch namenlose Veranstaltung beruht auf einer Trendanalyse - und den daraus resultierenden Folgerungen für eine ITK-Veranstaltung der Zukunft.

  • Embedded Computing: IT verschmilzt mit Alltagsgegenständen, sowie Freizeit- und Unterhaltungselektronik. Folgerung: Es geht nicht um Öffnung für Konsumenten oder Gadgets, sondern um eine lupenreine B-to-B-Veranstaltung rund um vernetzte IT-Lösungen für diese Bereiche.

  • Multifunktionalität: Das Handy ist längst auch Fotoapparat, Medienplayer, Spiele- und Netzcomputer oder sogar Business-Umgebung für CRM- oder SAP-Anwendungen. Folgerung: Orientierungshilfen für Entscheider, damit sie sich in der Vielfalt gegenwärtiger und künftiger Möglichkeiten zurechtfinden.

  • Marke statt Technik und Funktion: Entscheider fragen zum Beispiel weniger nach den kaum mehr unterscheidbaren Funktionen Bürosoftware als nach Service, Sicherheit, Innovationskraft und Flexibilität des Herstellers. Folgerung: Hersteller erhalten flexible Beteiligungsmöglichkeiten (etwa Firmenveranstaltungen, Halten von Vorträgen, Messestände, Diskussionsteilnahme), um für das Vertrauen in ihre Marke zu werben.

  • Neue Infrastruktur-Entscheidungen: Im Raum stehen etwa die Alternative zwischen eigener IT-Organisation und Auslagerung von Hard- und Software, klassischer Lizenzsofware, Open-Source und Software as a Service. Folgerung: Solche Fragen müssen in integrierten Kongressen und Foren diskutiert werden.

  • IT meets Business: Bei neuen Entwicklungen wie SOA, SaaS und ähnlichen Trends müssen die kaufmännischen Entscheider in die Lage versetzt werden, sich mit den Technikern zu verständigen. Folgerung: Auch hier soll der Event als Diskussionsplattform dienen.

  • Bloggosphäre: Durch diese hersteller- und anwenderunabhängige Öffentlichkeit kommen gesellschaftliche Themen wie die Rechtsprechung oder Green-IT stärker ins Blickfeld. Folgerung: Intensive Einbeziehung der Blogger - auch um neue Zielgruppen auf den Event neugierig zu machen.

Der Trend geht von der Präsentation zur Interaktion, vom Messestand zur Konferenz. Noch bastelt die Messegesellschaft an Geschäftsmodellen. Auch die Darstellung oben hat noch Werkstattcharakter.
Der Trend geht von der Präsentation zur Interaktion, vom Messestand zur Konferenz. Noch bastelt die Messegesellschaft an Geschäftsmodellen. Auch die Darstellung oben hat noch Werkstattcharakter.

Nach Auskunft von Messechef Dittrich plant die Messegesellschaft München eine Veranstaltung, bei der nicht mehr Techniken oder Produktvergleiche im Vordergrund stehen, sondern Gegenwarts- und Zukunftsthemen wie etwa Green IT, Unternehmenskommunikation, Handel, Einsatz mobiler Systeme. Ziel ist es, den Teilnehmern Orientierung bei aktuellen Entwicklungen zu geben. Die Anbieter sollen dabei unter den von der Messe vorgegebenen Themen wählen, können ihre verschiedenen Anliegen aber auf verschiedene Präsentationsformen verteilen, zu denen auch die Möglichkeit gehört etwa mit Festen (Social Events) für sich zu werben. (Text und Schaubild: Hermann Gfaller)

Inhalt dieses Artikels