MES-Software schließt ERP-Lücken

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Mit Planungs- und Steuerungssoftware, so genannten Manufacturing Execution Systems (MES), verfeinern Produktionsbetriebe ihre Prozesse.

Während ERP-Lösungen administrative Aufgaben in Industrieunternehmen steuern, sind die fertigungsnahen Firmenbereiche weit weniger mit Standardsoftware ausgestattet. Gleichwohl gibt es hier Lösungen: Manufacturing Execution Systems (MES).

Hier lesen Sie …

  • warum Firmen verstärkt Interesse an Manufacturing Execution Systems (MES) haben;

  • dass MES oft eine Kombination bekannter Funktionsbausteine ist;

  • wie ERP- und MES-Lösungen zusammenspielen;

  • wie Anwenderunternehmen diese Produkte nutzen;

  • dass es nicht leicht ist, die Aufgaben der ERP- und der MES-Umgebung voneinander abzugrenzen.

Manufacturing Execution Systems sollen produktionsnahe und betriebswirtschaftliche IT-Umgebungen miteinander verbinden.
Manufacturing Execution Systems sollen produktionsnahe und betriebswirtschaftliche IT-Umgebungen miteinander verbinden.

Bisher führten sie ein Schattendasein, doch langsam steigt das Interesse an solchen Lösungen: MES kann technische Einflussgrößen aus der Fertigung (Maschinenstillstände, Verfügbarkeit von Personal) erfassen und gezielt gegensteuern. Engpässe, die dem ERP-System verborgen bleiben, lassen sich so frühzeitig identifizieren. Detaillierte Daten von Maschinenleitständen werden aufbereitet und an ein übergeordnetes Planungssystem (ERP- oder Produktionsplanungs- und -steuerungssystem) zurückgegeben.

Termine von Kundenaufträgen verschieben

Diese Rückmeldung kann zum Beispiel eine Terminverschiebung bei Fertigungsaufträgen beinhalten, die sich auf einen im ERP-System angelegten Liefertermin für einen Kundenauftrag auswirkt. Verschieben sich Termine, kann der Einkauf Bestellungen nach hinten verlegen, damit zu früh gelieferte Waren nicht nutzlose Lagerkosten verursachen beziehungsweise Kapital binden. Da zwischen Terminzusage und Auftragserfüllung viel passieren kann, sollen MES-Produkte einen Regelkreis zwischen betriebswirtschaftlicher Standardsoftware und dem Maschinenpark schließen. Betriebsinformationen aus der Fertigung werden so mit Aufträgen in Relation gebracht.