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Merrill Lynch rechnet mit starken Kundenwachstum im US-Mobilfunkgeschäft

01.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Investment-Bank Merrill Lynch schätzt, dass die sechs führenden US-Mobilfunkanbieter ihre Kundenzahl im laufenden Jahr um 16 Millionen erhöhen - eine Million mehr als bislang erwartet. Im Detail werde Verizon Wireless die Zahl der Abonnenten um fünf Millionen steigern, während AT&T Wireless immerhin 1,5 Millionen Netto-Neukunden generieren werde, gab Merrill Lynch bekannt. Die Investment-Bank revidierte zudem ihre Prognose für das Mobilfunkkundenwachstum im Jahr 2004 von elf auf 13 Millionen.

Das Unternehmen glaubt zudem einen schlummernden Bedarf an Funktelefonen zu erkennen, da immer mehr Kunden die Einführung einer auf das Handy übertragbaren Rufnummer erwarten. Diese würde es ihnen erlauben, ihr Festnetztelefon gegen eine mobile Variante einzutauschen, ohne die Rufnummer wechseln zu müssen. Dies könnte allerdings zu weiteren Preiskämpfen der Anbieter führen, schätzt Merrill Lynch. Außerdem würden Mobilfunkanbieter mit Festnetzgeschäft möglicherweise aggressiver vorgehen, um Rückgänge bei den drahtgebundenen Gesprächsminuten aufzuhalten.

Auf kurze Sicht erwartet die Investment-Bank, dass das guten Neukundengeschäft und die zunehmende Handy-Nutzung zu soliden Ergebnissen im dritten Quartal 2003 führen. Das Bruttokundenzahl soll bei den sechs nationalen Carriern im Schnitt bei rund sieben Prozent über dem Vorjahreszeitraum liegen. Den größten Zuwachs werde dabei Cingular verzeichnen, schätzt Merrill Lynch, daneben schnitten aber auch Verizon Wireless, Nextel und T-Mobile USA gut ab. Wegen seines Prepaid-Angebots "Gophone" dürfte aber auch AT&T Wireless einen überraschend hohen Zuwachs verzeichnen. Das Schlusslicht in Sachen Neukundengenerierung werde wahrscheinlich Sprint PCS bilden. (mb)