Daimler tritt der Open Automotive Alliance bei

Mercedes-Benz offen für Android Auto

Florian Maier kümmert sich um reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle von B2B und B2C. Er schreibt hauptsächlich für das Portal COMPUTERWOCHE.
Die von Google ins Leben gerufene Open Automotive Alliance soll bald ein neues Mitglied bekommen. Daimler will Android Auto demnächst in seine Fahrzeuge integrieren.

Google hat im Jahr 2014 die Open Automotive Alliance (OAA) ins Leben gerufen. Das Ziel der Allianz von Autoherstellern und Technik-Unternehmen ist es, die Android-Plattform möglichst großflächig am Automarkt zu etablieren. Neben diversen US-Herstellern wie Chevrolet und Chrysler gehören unter anderem auch sämtliche VW-Konzernmarken, Opel, Renault und Volvo zur OAA. Wie die Branchen-Zeitung "Automobilwoche" berichtet, soll die Google-Plattform nun auch in Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz integriert werden. Daimler müsste demzufolge ebenfalls Mitglied der Android-Allianz werden.

Daimler will zukünftig neben Apple CarPlay auch Android Auto in seine Fahrzeuge integrieren.
Daimler will zukünftig neben Apple CarPlay auch Android Auto in seine Fahrzeuge integrieren.
Foto: Google

Android Auto goes Mercedes-Benz

Der Stuttgarter Autobauer unterstützt bisher ausschließlich Apples CarPlay, das beispielweise in der aktuellen Generation der Mercedes C-Klasse zum Einsatz kommt. Die bevorstehende Integration von Android Auto soll dabei nicht ohne datenschutzrechtliche Kompromisse ablaufen, wie ein Konzernsprecher gegenüber der Automobilwoche betonte: "Wir glauben, dass Google für die Integration von Smartphones beispielsweise nicht auf die Daten der Tankfüllung zugreifen und auch nicht über das Auto die GPS-Daten abfragen muss, wenn der Fahrer diese ohnehin schon mit seinem Smartphone übermittelt, das er mit dem Auto verbindet."

Eine ähnliche Politik verfolgt man auch bei Audi. Die Volkswagen-Tochter ist Gründungsmitglied der OAA. Doch auch der Premium-Hersteller aus Ingolstadt will dem IT-Riesen Google keinen Freifahrtschein ausstellen wenn es um Daten geht, wie Audi-CEO Rupert Stadler im Interview mit der Automobilwoche betont: "Wir haben mit Google abgemacht: Es gibt ein paar Daten, die wir gegenseitig austauschen. Es gibt aber auch andere Daten, die Google von uns nie bekommen wird. Das war die Grundbedingung für die Zusammenarbeit, und das hat Google respektiert."

BMW verweigert Kooperation mit Google

Der Münchner Autobauer BMW dagegen verweigert weiterhin jede Zusammenarbeit mit Google. BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich untermauerte die Haltung des Konzerns gegenüber der Automobilwoche mit einem eindeutigen Statement: "Eine Geschäftsgrundlage mit Firmen, die Daten verwenden, ohne die genaue Nutzung zu beschreiben, ist für uns nicht möglich."