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Blacklist für alles

Menschliches Versagen legt Google-Suche lahm

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Ein Mitarbeiter-Fehler bei Google hat am Samstag die weltweit populärste Internet-Suchmaschine für etwa eine Dreiviertelstunde lahmgelegt.
Plötzlich war jede Website Badware.
Plötzlich war jede Website Badware.

Am Samstagnachmittag europäischer Zeit bekamen die Nutzer zu allen gefundenen Internet-Seiten den Warnhinweis "Ein Besuch dieser Website kann Ihren Computer beschädigen". Wie Googles Such-Chefin Marissa Meyer im offiziellen Unternehmens-Blog erklärte, passierte der Fehler beim Aktualisieren der Datenbank gefährlicher Websites (diese Blacklist bezieht Google vom Partner StopBadware.org). Und zwar sei versehentlich das Zeichen '/' in die Liste aufgenommen worden, wodurch alle Internet-Adressen grundsätzlich als verdächtig ausgezeichnet wurden.

Google Suchchefin Marissa Mayer
Google Suchchefin Marissa Mayer

Auch die Mail-Postfächer der zahlenden "Google-Mail"-Kunden von "Google Apps" wurden in Mitleidenschaft gezogen. E-Mail-Nachrichten wurden teilweise fälschlich als Spam einsortiert. Google hat seither versucht, diese False Positives automatisch wieder in die Inboxen zu befördern, wo sie hingehören. Nutzer sollten aber zur Sicherheit einen Blick in ihren Spam-Ordner werfen, um sicherzugehen, dass der Panne keine wichtigen Nachrichten zum Opfer gefallen seien, rät Google in seinem offiziellen Blog für Firmenkunden.

Google kündigte zusätzliche Kontrollen an, um sich in Zukunft gegen solche Fehler abzusichern.