IT intim - Die Sorgen der CIOs

Mein erstes Auto habe ich selbst gebaut

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Sie legen besonderen Wert auf die Trennung von Demand und Supply im IT-Management. Wie kommt das?
David Thornewill von Essen, CIO, Deutsche Post DHL.
David Thornewill von Essen, CIO, Deutsche Post DHL.
Foto: DHL

Mich beschäftigt der Wandel, den die IT-Industrie derzeit durchmacht, nämlich die Industrialisierung. Sie lässt das Handwerksstadium hinter sich. Ich meine damit die Phase, in der jeder alles selbst macht. Nehmen wir die Automobilindustrie: Als Teenager habe ich in der Garage mein erstes Auto selbst gebaut, und es war schneller und besser als das Serienmodell. Jetzt könnte ich nicht mehr mithalten, weil sich die Industrie weiterentwickelt hat. Die Produkte sind komplexer geworden, die Werkzeuge besser. Was heute vom Band läuft - egal, ob Mercedes oder Dacia -, ist leistungsfähiger als alles, was ich zusammenschrauben könnte.

Ähnliches gilt für die IT. Früher hatte jedes Unternehmen ein eigenes Rechenzentrum und selbst entwickelte Software. Das ist heute nicht mehr sinnvoll. Ein professioneller RZ-Betreiber kann mit Risiken besser umgehen - auch mit Sicherheitsrisiken. Es stimmt einfach nicht, dass die Daten im eigenen Unternehmen am sichersten sind. Nur die Oma glaubt, ihr Geld sei unter der Matratze besser aufgehoben als auf der Bank. Ich bin sicher, dass RZ-Anbieter wie Google oder Amazon wirkungsvollere Sicherheitsvorkehrungen treffen können als die meisten Anwenderunternehmen.