SAP SRM & Ariba Cloud

Mehr Wertschöpfung im Einkauf

Jean-Paul Wehrens, M.Sc. (International Business), ist seit 2007 beim IT-Beratungsunternehmen apsolut GmbH als Leiter der SAP SRM-Prozessberatung tätig und seit 2009 als Partner für die strategischen SAP-Geschäftsprozesse zuständig.
Der Einkauf entwickelt sich zu einem immer wichtigeren Wertschöpfungstreiber in den Unternehmen. Softwarehersteller wie SAP bauen ihr Portfolio entsprechend aus. Lesen Sie, wie die verschiedenen Lösungen on-premise und in der Cloud zusammenspielen.

Experten zufolge macht das Beschaffungsvolumen deutscher Unternehmen derzeit bis zu 70 Prozent ihrer Umsätze aus. Aufgrund abnehmender Fertigungstiefen dürfte dieser Anteil in den nächsten Jahren noch steigen. Neben der Kostenoptimierung hat der Einkauf zwei weitere wichtige Aufgaben, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu sichern: Er soll die Qualität verbessern und Beschaffungsrisiken senken.

Viele Unternehmen greifen heutzutage auf Supplier-Relationship-Management (SRM)-Lösungen zurück. Wer den rasanten technologischen Fortschritt und aktuelle IT-Trends für sich zu nutzen weiß, kann mit entsprechenden Tools eine höhere Wertschöpfung generieren.
Viele Unternehmen greifen heutzutage auf Supplier-Relationship-Management (SRM)-Lösungen zurück. Wer den rasanten technologischen Fortschritt und aktuelle IT-Trends für sich zu nutzen weiß, kann mit entsprechenden Tools eine höhere Wertschöpfung generieren.
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SAP 2015: SRM, SLC & Cloud Computing

Bei der Lösung dieser Aufgaben setzen viele Unternehmen heute auf SAP-Einkaufslösungen. Sie nutzen SAP Supplier Relationship Management (SRM), um ihre operativen Beschaffungsprozesse - Purchase-to-Pay - weitgehend durchgängig automatisieren zu können. Gleichzeitig bietet SAP verschiedene Lösungen zur Bearbeitung strategischer Einkaufsthemen an.

Umfrage zu CRM in der Cloud

Als wichtige Meilensteine der jüngeren Vergangenheit sind hier die Entwicklung von SAP Supplier Lifecycle Management (SLC) für das systematische Lieferantenmanagement und die Cloud-Lösungen von Ariba mit ihrer Integration in die vorhandene SAP-Welt zu nennen. Im Verbund mit der fortschreitenden Mobilisierung der Beschaffungsprozesse bilden diese beiden Entwicklungen die aktuellen Haupttrends im SAP-basierten Einkauf. Unternehmen, die sie bestmöglich nutzen möchten, sollten sie an ihre individuellen Anforderungen anpassen.

Ariba: Hybrid-Cloud im Kommen

Mit Ariba übernahm SAP 2012 eine weltweit aktive Handelspartner-Community. Einer der größten Vorteile liegt im Netzwerk-Gedanken, den die Ariba-Lösungen abbilden. Unternehmen können jederzeit und überall mit internationalen Geschäftspartnern in Verbindung treten, statt weiterhin auf ihre eigenen Lieferantenportale beschränkt zu sein. Sie haben damit die Möglichkeit, die Einkaufskonditionen und das Cash Management zu verbessern und gleichzeitig die Risiken zu minimieren. Lieferanten wiederum können im Ariba-Netzwerk neue Kunden gewinnen.

Vom technischen Standpunkt aus bieten die cloudbasierten Ariba-Lösungen Unternehmen den Vorteil, dass sie diese direkt nutzen können, ohne in zusätzliche IT-Ressourcen investieren zu müssen. Sofern die Standardfunktionen die funktionalen und prozessualen Anforderungen eines Unternehmens hinreichend abdecken, können sich die Kunden auf die Konfiguration und das Testen der Software sowie auf Schulungen und Change-Management-Maßnahmen für die Anwender konzentrieren. Durch die enge Integration in die SAP-Welt sollen sich die Ariba-Lösungen auch mit den vorhandenen ERP- und operativen SRM-Prozessen verknüpfen lassen. Wichtige Schnittstellen zu strategischen SAP SRM-Prozessen sind aktuell im Aufbau.

Wenn es allerdings um die Frage nach einer möglichen Kombination von Ariba mit den On-Premise-Einkaufslösungen von SAP geht, ist hingegen ein kundenindividuelles Projektvorgehen anzuraten. In den vergangenen Monaten wuchs die Nachfrage nach hybriden Szenarien im SAP-basierten Einkauf beträchtlich. Immer mehr Kunden stellen fest, dass sich damit die Stärken beider Welten kombinieren und gleichzeitig weit verbreitete Sicherheitsbedenken ausräumen lassen. Dies bedeutet konkret: Für individuelle Einkaufsprozesse sollten vorzugsweise interne On-premise-Systeme zum Einsatz kommen, um Anpassungswünsche zu realisieren. Hingegen kann sich für die externe Bestell- und Rechnungsabwicklung eine Integration in das cloudbasierte Ariba-Netzwerk anbieten.

Parallel dazu können auch ausgewählte strategische Prozesse, wie Sourcing oder Ausgabenanalysen, als reine Cloud-Lösungen betrieben werden, die ebenfalls in eine gegebene ERP-Umgebung eingebunden werden. Für welche Hybrid-Szenarien sich ein Unternehmen letztlich entscheidet, hängt von seinen speziellen Anforderungen an die Abwicklung der Einkaufsprozesse ab.