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Mehr Klarheit bei Mitarbeiter-PC-Programmen

24.11.2005
Die Initative D21 will den PC für jedermann. Zahlen sollen die Arbeitgeber.

Der Plan der Initiative D21, wonach Firmen ihren Angestellten Computer und Software zu Fortbildungszwecken als privates Eigentum übereignen sollten, ist nicht neu. Bislang erschwerten jedoch vor allem bürokratische Hürden die Umsetzung so genannter Mitarbeiter-PC-Programme, da diese bundesweit steuerrechtlich unterschiedlich gehandhabt wurden. Auf Anregung der Initiative D21 hat das Bundesministerium der Finanzen nun eine Empfehlung zur steuerlichen Behandlung ausgesprochen, die länderübergreifend gleiche Voraussetzungen schaffen soll.

Rainer Bernnat, D21-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton, wertet die Empfehlung als einen bedeutenden Schritt. Damit herrsche nun bundesweit Klarheit bezüglich der steuerlichen Behandlung verschiedenster Optionen der PC-Überlassung, darunter Leasing, Schenkung und Kauf. Nun seien deutsche Unternehmen gefordert, derartige Programme schnell und überzeugend umzusetzen, so Bernnat.

In anderen Ländern gebe es bereits erfolgreiche Mitarbeiter-PC-Programme, berichtet D21. Die schwedische Regierung etwa unterstützt eine solche Initiative seit 1997. Damals stand in 38 Prozent aller Haushalte ein Computer. Seit Start der Kampagne hat sich die PC-Dichte in Schweden auf 81 Prozent mehr als verdoppelt.

In Deutschland beträgt die Durchdringungsrate gegenwärtig etwa 60 Prozent. Als die Siemens AG hier ein solches Programm auflegte, machten 59 Prozent der berechtigten Mitarbeiter von dem Angebot Gebrauch, insgesamt etwa 9000 Menschen. Die Hälfte von ihnen war nicht an einem PC-Arbeitsplatz beschäftigt.

" Mitarbeiter-PC-Programme überzeugen auch Einsteiger", berichtet Hannes Schwaderer, D21-Vorstand und Geschäftsführer von Intel Deutschland. Die Barrieren lägen niedrig, die Kosten seien überschaubar, Schulung, Betreuung und technischer Service ließen sich im Idealfall über das Unternehmen abrufen. Doch nicht nur die Beschäftigten profitierten, so Schwaderer. Unabhängig von der Branche und der Unternehmensgröße, könnten engagierte Unternehmen die Zufriedenheit und Qualifikation ihrer Belegschaften erhöhen. Nicht zuletzt profitiere auch der Staat von den unternehmerischen Investitionen in eine Zukunft als Informations- und Wissensgesellschaft. (mb)