Aufbruchstimmung

Mehr Jobs und mehr Geld in der IT

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Im Jahr eins nach der Krise eröffnen sich für Informatiker gute Chancen: In der IT-Branche gibt es nicht nur mehr offene Stellen. Auch die Gehälter steigen.

Um 24,7 Prozent stieg die Zahl der Jobofferten im vergangenen Jahr gegenüber 2009, um 5,2 Prozent wuchsen die Gehälter der IT-Manager, um 3,5 Prozent die der IT-Fachkräfte. "Die Konjunktur läuft heiß, und ich bin sicher, dass die Mitarbeiter auch in diesem Jahr nochmals mit einem kräftigen Zuwachs rechnen können", ist Tim Böger, Geschäftsführer des Hamburger Dienstleisters und der Vergütungsberatung Personalmarkt überzeugt.

Jobs zum Mitnehmen gibt es nicht nur im Karrierezentrum der COMPUTERWOCHE auf der CeBIT in Halle 6.
Jobs zum Mitnehmen gibt es nicht nur im Karrierezentrum der COMPUTERWOCHE auf der CeBIT in Halle 6.
Foto: Cebit

Bei den Bewerbern hat sich dieser positive Trend - zum Leidwesen der Personaler - herumgesprochen. So berichtete unlängst ein gefrusteter HR-Manager, dass ein 22-jähriger Bachelor-Absolvent 40.000 Euro Jahresgehalt haben wollte, ein Informatikabgänger fragte im COMPUTERWOCHE-Online-Forum, ob 47.000 Euro zum Einstieg angemessen wären. Damit nicht genug: Ebenfalls in unserem Online-Forum fühlte sich ein SAP-Berater mit dreijähriger Berufserfahrung und 53.000 Euro Jahresgehalt unterbezahlt, ihm schwebten gut über 60.000 Euro vor.

Karriere auf der CeBIT

Weitere Informationen über den Arbeitsmarkt und über Verdienstmöglichkeiten, aber auch Bewerbungstipps, Anforderungen der Arbeitgeber an Bewerber, Chancen in der Freiberuflichkeit, Karriereperspektiven als Entwickler oder Berater oder Gespräche mit Personalern großer und kleiner Unternehmen - all das findet im Karrierezentrum der COMPUTERWOCHE auf der CeBIT in Halle 6, Stand D22, statt.

Verstehen kann man die Bewerber, wenn man bedenkt, dass Microsoft für sein Trainee-Programm 50.000 Euro Jahresgehalt anbietet. Eine Summe, die den IT-Nachwuchs erfreuen mag - Personaler vor allem mittelständischer Firmen weniger. Zum einen können sie bei solchen Gehältern nicht mithalten, zum anderen fragen sie sich, wohin diese Spirale führt.

Was Einsteiger verdienen

Zur Beruhigung der Arbeitgeber seien die aktuellen Einsteigergehälter genannt, die Personalmarkt im Auftrag der CW errechnet hat. Als Nachwuchsexperte bezeichnet der Hamburger Vergütungsexperte Personalmarkt Mitarbeiter mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung. So verdient ein Juniorentwickler im Durchschnitt 40.500 Euro. Die Bandbreite liegt laut Personalmarkt-Berechnungen zwischen 37.200 und 44.300 Euro. Wenig überraschen dürfte, dass Support- und Administrations-Mitarbeiter darunter, Berater dagegen darüber liegen. So nimmt ein Nachwuchs-Systemadministrator im Jahresschnitt 36.000 Euro nach Hause und der Anwender-Supporter 37.900. Die Consultants dürfen mit 42.500 Euro im Jahresschnitt rechnen, und wenn sie auch noch SAP können, landen sie bei 44.400 Euro, für die Spitzenleute springen im Durchschnitt 49.700 Euro heraus.

Begehrte SAP-Berater

Keine Frage: Die SAP-Experten bleiben auf der Überholspur wie Personalfachleute bestätigen. Dagmar Schimansky-Geier, Geschäftsführerin der Bonner Personalberatung 1a Zukunft, sucht zum Beispiel für ihre Kunden SAP-Berater. "Im SAP-Umfeld haben Hochschulabsolventen wieder bessere Chancen, aber Quereinsteiger ohne Projekterfahrung sind nicht gefragt." Auf der Wunschliste der Unternehmen stünden vielmehr Berater zu den Themen Business Intelligence und Netviewer, Softwarearchitekten sowie Application Manager. Letztere halten die Applikationen, die die Berater beim Kunden eingeführt haben, aktuell, unterstützen die Anwender und organisieren den Support. "Obwohl ein Application Manager deutlich weniger reisen muss als ein Berater, ist er schwer zu finden. Auch er braucht fundiertes SAP-Wissen", schildert Schimansky-Geier. Im Durchschnitt verdient ein SAP-Profi mit mehrjähriger Berufserfahrung 65.000 Euro im Jahr. Die Betonung liegt auf durchschnittlich, denn als Experte mit Führungsverantwortung sind es schon mal 30 Prozent mehr, und Leiter von großen Projekten können es auch auf jenseits der 150.000-Euro-Grenze im Jahr bringen.

Die Unternehmen suchen aber nicht nur SAP-Berater. Der Systemintegrator Computacenter hat eigenen Angaben zufolge 300 offene Stellen. Er sucht unter anderem Experten für Windows 7, Sicherheit, Netze und Virtualisierung. Ähnliches verkündet auch der Münchner Dienstleister msg systems. "Wir wollen 120 Berufseinsteiger in der Entwicklung und der Systemintegration einstellen." Auf der Wunschliste stehen zum Beispiel Nachwuchsinformatiker, die msg systems in Java oder der App-Entwicklung schulen will.