Praxis-Erfahrungen mit Elena

Mehr Bürokratie, Kosten und Aufwand

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Das elektronische Entgeltnachweis-Verfahren (Elena) soll eigentlich vieles einfacher machen. Doch der Anbieter von Beratung, Büro- und Verwaltungsdienstleitungen Ultimo ist der Ansicht: "Elena macht Lohnbuchhaltern und Unternehmen die Arbeit schwerer."
Die Kritik an Elena wächst.
Die Kritik an Elena wächst.

Das elektronische Entgeltnachweis-Verfahren (Elena) sollte laut seinen Erfindern eigentlich dabei helfen, Kosten zu reduzieren, gleichzeitig den bürokratischen Aufwand für Unternehmen zu verringern und die Berechnung von Sozialleistungen zu optimieren. Doch nicht nur, dass kaum jemand Elena kennt, auch die Kritik am neuen Verfahren wächst.

Dazu kommt: In der Realität sieht das alles offenbar ganz anders aus, so der Unternehmer- und Expertenverbund im Franchise-System Ultimo aus Bielefeld. „Lohnbuchhalter und kleine und mittlere Unternehmen klagen über Elena. Die Vorteile bleiben aus, die Arbeitsbelastung und die Kosten steigen."

Stefanie Schaele, Steuerfachangestellte, Buchhaltungsexpertin und Betriebsleiterin von Ultimo klagt: „Wir haben inzwischen drei verschiedene Meldefristen". Am 28. eines Monats müsse die Meldung an die Sozialversicherungsträger erstellt werden, am 10. des Folgemonats werde die Lohnsteuer an die Finanzbehörden gemeldet. Nun komme am Monatsanfang noch zusätzlich die Elena-Meldung hinzu, eine zusätzliche Frist mit einem eigenen Meldeverfahren.

„Das kostet zusätzlich Geld, zumal die betreffenden Formulare derzeit dennoch in Papierform erstellt werden müssen", so Schaele. Diese Kosten habe der Gesetzgeber nicht kalkuliert, und die Unternehmen seien oft nicht bereit, dafür die Mehrkosten zu tragen.

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