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Medion halbiert Ebit-Profit

28.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Essener Medion AG hat nach vorläufigen Schätzungen auch ihre bereits reduzierte Gewinnprognose für 2004 verfehlt. Wie der durch Verkaufsaktionen bei Aldi und Co. bekannte Elektronikhändler und Dienstleister mitteilte, wird der Profit vor Zinsen und Steuern (Ebit) aufgrund niedrigerer Umsätze sowie erhöhter Transport- und Logistikkosten voraussichtlich nur rund 90 Millionen Euro betragen - verglichen mit einem Ebit-Plus von 179 Millionen Euro im Vorjahr. Ende Dezember 2004 hatte Medion noch ein Ebit-Plus von 95 bis 105 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Der Umsatz schrumpfte gegenüber 2003 von 2,92 Milliarden auf 2,62 Milliarden Euro, liegt damit jedoch am oberen Ende der Erwartungen. Als Hauptgrund für den Umsatzrückgang nannte das Unternehmen das schwierige Deutschland-Geschäft. Dieses sei von 1,92 Milliarden auf 1,55 Milliarden Euro zurückgegangen. In Resteuropa steigerte der Elektronikhändler dagegen seine Erlöse um 6,1 Prozent auf 978 Millionen Euro; in Übersee legten die Einnahmen um 13 Prozent auf 97 Millionen Euro zu.

Obwohl das Unternehmen zum Jahresende 2004 auch hierzulande erste "positive Signale" bei der Absatzentwicklung registriert habe, ist Medion für das laufende Geschäftsjahr nur verhalten optimistisch. Es bleibe abzuwarten, ob diese positive Signale zu einer Normalisierung des Konsumverhaltens und mehr Bestellungen führen werden, erklärte Konzernchef Gerd Brachmann. "Der Umsatz im oberen Bereich unserer Erwartungen macht sicherlich Mut für das Jahr 2005. Wir werden die Augen aber nicht vor den weiterhin bestehenden Unsicherheiten verschließen."

Den Medion-Aktionären geht es offenbar ähnlich: Am heutigen Montagvormittag sank der Kurs bereits um mehr als zehn Prozent. (mb)