Das war mein Laden

Media-Saturn-Gründer drohen mit langem Rechtsstreit

11.04.2011
Media Markt und Saturn gehören mehrheitlich Metro. Lange herrschte Eintracht mit den Firmengründern. Das ist vorbei: Denn die Gründer sehen ihre Rechte bedroht und wolle nun kämpfen.

Im Machtkampf um Europas größte Elektronikketten Media Markt und Saturn droht eine langwierige Auseinandersetzung vor Gericht. "Wir gehen bis zum Bundesgerichtshof, wenn es sein muss", sagte der Media-Markt-Mitgründer Leopold Stiefel dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Stiefel und Mitgründer Erich Kellerhals werfen Metro-Chef Eckhard Cordes vor, bei Media-Saturn durchregieren zu wollen und damit gegen Vereinbarungen zu verstoßen. Die Metro weist die Vorwürfe zurück und setzt auf ein Schiedsgericht. Darüber hinaus bleibe der Vorstand der Metro AG gesprächsbereit.

"Wir bedauern, dass abermals die Auseinandersetzung über Satzungsfragen über die Medien und nicht das dafür zuständige Schiedsgericht gesucht wird", sagte ein Metro-Sprecher am Samstag der dpa. Man sei zuversichtlich, dass die laufende rechtliche Überprüfung zügig abgeschlossen und die Position der Metro bestätigt werde. Die Gestaltungsrechte der Metro AG bei Media-Saturn entsprächen nicht den tatsächlichen Mehrheitsverhältnissen.

Der Düsseldorfer Handelskonzern ist Mehrheitseigentümer der beiden Elektronikketten mit 75 Prozent der Anteile. Kellerhals besitzt rund 22 Prozent und Stiefel etwa 3 Prozent an der Media-Saturn-Holding.

Der offene Machtkampf hatte sich an einem Beirat entzündet, den die Metro AG ins Leben rufen will. Kellerhals hat Klage beim Landgericht Ingolstadt eingereicht, dem Sitz der Media-Saturn-Holding. Er warf der Metro schon mehrfach vor, die Sperrminorität im Gesellschafterausschuss der Holding aushebeln zu wollen. Dort müssen alle Entscheidungen mit einer Mehrheit von 80 Prozent fallen. Kellerhals und Stiefel können so faktisch Entscheidungen verhindern.

"Die Metro will durchregieren, ohne uns noch fragen zu müssen", sagte Stiefel dem "Spiegel". Sollte nicht doch noch eine Einigung erzielt werden, müssten Richter entscheiden. Kellerhals habe bei der Klage seine volle Unterstützung. "Gegen einen Beirat haben wir nichts. Aber all unsere Gutachten kommen zu dem Ergebnis, dass auch dort wieder die gleichen Stimmrechte wie im Gesellschafterausschuss gelten würden", sagte Kellerhals dem Hamburger Nachrichtenmagazin.

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