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McNealy: Privatsphäre ist überflüssig

27.01.1999
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun-Chef Scott McNealy hat sich im Rahmen des Jini-Launches vor versammelter Presse ordentlich in die Nesseln gesetzt. Er bezeichnete die Privatsphäre von Konsumenten als überflüssig und erklärte: "Die Privatsphäre muß sowieso auf Null gebracht werden - kommen wir endlich darüber hinweg." Klingt etwas eigenartig, nachdem sogar Chipriese Intel sich unter dem Druck der Öffentlichkeit dazu durchgerungen hat, die abfragbaren Seriennummern seiner kommenden Pentium-III-Chips bei der Auslieferung erst einmal per Software zu deaktivieren (CW Infonet berichtete). Jodie Bernstein, die bei der Federal Trade Commission (FTC) der Abteilung Verbraucherschutz vorsteht, hält McNealys Äußerungen denn auch für vollkommen deplaziert. "Millionen amerikanischer Verbraucher erzählen uns, daß sie sich ernste Sorgen um ihre Privatsphäre machen, wenn es ums Online-Shopping geht." Rätselhaft erschienen Bernstein die

markigen Worte des Sun-Chefs speziell vor dem Hintergrund, daß sein Unternehmen aktiv in der Online Privacy Alliance tätig ist, die eine freiwillige Selbstkontrolle der Industrie fordert und dabei natürlich auch den Bedürfnissen der Konsumenten Rechnung tragen will.