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McNealy auf der Telecom 99: Software ist wie Geld

14.10.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gestern hat sich Scott McNealy, Chef des IT-Giganten Sun Microsystems, auf der Telecom 99 in Genf zu Wort gemeldet. Wie IBM-Chef Lou Gerstner vor ihm konnte auch er sich Seitenhiebe auf den Softwareriesen Microsoft nicht verkneifen. McNealy vertrat in seiner Rede die Meinung, große TK-Carrier erhielten künftig eine ähnlich dominierende Machtstellung im Softwarebereich, wie sie heute Microsoft innehabe. Dafür spreche der zunehmende Trend, Software als Service über Netzwerke zu liefern. "Wir ändern gerade die Regeln," führte er weiter aus. "Man sollte keine Software bei sich haben, man sollte sie im Netz speichern." Daten und Software seien wie Geld, so der Sun-Chef weiter, das auf der Bank sicherer sei, als wenn die Besitzer es mit sich herumtrügen. Bei TK-Unternehmen könne Software hinterlegt und bei Bedarf über das Netzwerk abgerufen werden. McNealy versäumte es

nicht, darauf hinzuweisen, daß Sun diesem Trend mit seiner kostenlosen Software "Star Portal" bereits Rechnung trage. Auf diese Office-Lösung, die das Unternehmen mit der Akquisition des deutschen Softwarehauses Star Division vor vier Wochen erwarb, kann künftig über das Internet zugegriffen werden. Dem Sun-Chef zufolge sind in den vergangenen acht Monaten 800 000 Versionen der Star-Lösungen heruntergeladen worden.