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MCI zahlt weitere 250 Millionen Dollar Entschädigung

03.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der des Bilanzbetrugs beschuldigte US-Konzern MCI (Worldcom) hat sich mit der US-Börsenaufsicht SEC darauf geeinigt, den Schadensersatz für geschädigte Aktionäre um 50 Prozent zu erhöhen. Wie der US-Carrier am Mittwoch Abend mitteilte, sollen die geprellten Investoren nun zusätzliche 250 Millionen Dollar in Form von Stammaktien erhalten. Am 19. Mai hatten die Parteien in einem außergerichtlichen Vergleich bereits die Zahlung einer Rekordstrafe von 500 Millionen Dollar in bar vereinbart (Computerwoche online berichtete). Die neue Vereinbarung muss allerdings noch von dem Konkursgericht und dem Bundesgericht genehmigt werden. Der zuständige Richter Jed Rakoff hatte zuvor Bedenken geäußert, dass die ursprüngliche Strafe zu niedrig

ausgefallen sei. außerdem wollte er zu der bereits ausgesprochenen Geldstrafe eine zusätzliche Kompensation in Form von Aktien durchsetzen. Dadurch, so Rakoff, könnten die geschädigten Investoren von künftigen Kursgewinnen des Carriers profitieren. Kritiker, darunter auch die Konkurrenten Verizon und SBC, sind jedoch weiterhin der Ansicht, dass die Strafe für den größten Betrugskandal der US-Geschichte zu niedrig ausgefallen ist. So deckt die Summe nur einen Bruchteil der 180 Milliarden Dollar ab, die Worldcom-Anleger zu Boom-Zeiten an Aktienkapital besaßen - und nach dem Bekanntwerden der umfangreichen Bilanzmanipulationen sowie der darauffolgenden Insolvenz des Telcos verloren. (mb)