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MCI braucht mehr Zeit für die Bilanzrevision

12.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Carrier MCI (ehemals Worldcom), der gegenwärtig die Bilanzen der Jahre 2000 bis 2003 korrigiert, hat beim zuständigen Insolvenzgericht einen Aufschub um 60 Tage erbeten. Wegen des enormen Aufwands sei es nicht möglich, das laufende Insolvenzverfahren wie geplant bis Ende Februar abzuschließen. "Das Unternehmen habe zwar bereits erstaunliche Fortschritte erzielt", teilte Finanzchef Bob Blakely in einer Stellungnahme mit. Für MCI sei es jedoch wichtiger, nach dem Bilanzskandal die neuen Zahlen korrekt als übereilt und falsch abzuliefern. Erst kürzlich hatte Blakely in einem Interview erklärt, es handle sich um die vermutlich komplexeste Bilanzrevision überhaupt.

Der Auditor des TK-Konzerns, KPMG, hat nach eigenen Angaben die Überprüfung der ersten MCI-Geschäftsberichte für die Jahre 2000 bis 2002 nahezu abgeschlossen und erwartet keine gravierenden Schwierigkeiten mehr. Derzeit arbeite MCI daran, die Quartalsberichte für 2003 fertig zu stellen. Ursprünglich hatte MCI gehofft, die Neuorganisation bereits im September 2003 abzuschließen. Nun könnte sich der Neustart bis Anfang Mai verzögern - ein klarer Rückschlag für CEO Michael Capellas, der das dunkle Kapitel der Firmengeschichte so schnell wie möglich ad acta legen wollte. (mb)