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MCI bekommt wieder US-Regierungsaufträge

08.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Den gigantischen Bilanzskandal hat die US-Beschaffungsbehörde General Services Administration Worldcom/MCI schnell verziehen: Das Unternehmen wurde von einer schwarzen Liste genommen, die ihm verbot, um neue Regierungsaufträge mitzubieten oder bestehende Kontrakte zu verlängern. Dort war MCI seit Juli vergangenen Jahres aufgeführt. Gutes Timing, denn in vier Tagen steht ein Großvertrag von MCI über die Bereitstellung von Telefonie-, Daten und Videodiensten für verschiedene Behörden zur Erneuerung an. Der als "FTS2001" bekannte Deal gehört zu den größten der öffentlichen US-Hand und brachte MCI laut GSA-Sprecher David Drabkin im vergangenen Jahr rund 400 Millionen Dollar Umsatz. Die anstehende Verlängerung um ein Jahr bezeichnete Drabkin als "wahrscheinlich".

MCIs Chairman und CEO, der frühere Compaq-Chef Michael Capellas, erklärte in eine Stellungnahme, sein Unternehmen habe alles unternommen, um sich zu rehabilitieren: "Die heutige Entscheidung der GSA ist ein Zeichen für Vertrauen in die neue MCI." Drabkin zufolge wurde MCIs Geschäftsgebaren zuletzt gründlich unter die Lupe genommen. "Das Unternehmen macht seine Geschäfte jetzt korrekt, und für die Regierung besteht keine Gefahr", meint der GSA-Mann. Allerdings habe seine Behörde den TK-Riesen mit Auflagen belegt. MCI müsse in den kommenden drei Jahren wichtige Änderungen im Management oder bei internen Kontrollmechanismen melden, und auch jegliche neuen Vorwürfe oder Ermittlungen. (tc)