Akquisition

McAfee greift sich Secure Computing

23.09.2008
Von Katharina Friedmann 
Der Security-Anbieter McAfee will das auf Netzsicherheit spezialisierte Unternehmen Secure Computing für insgesamt rund 465 Millionen Dollar übernehmen.

McAfee setzt seine Shopping-Tour fort: Nach dem Kauf des DLP-Anbieters (Data Leakage Protection) Reconnex Anfang August will sich der Konzern mit Secure Computing nun einen Spezialisten für Netzsicherheit einverleiben. Das kalifornische Unternehmen, dessen Produktportfolio unter anderem Firewall, Intrusion Detection/Prevention (IDS/IPS), VPN, Antivirus sowie Web-Filtering umfasst, befindet sich seit geraumer Zeit ebenfalls auf Akquisitionskurs und schluckte 2006 zunächst den Firewall- und Content-Filtering-Spezialisten CyberGuard ("WebWasher") und etwas später den E-Mail-Security-Anbieter CipherTrust ("TrustedSource"). Die bereits laufende Übernahme von Securify, dem Hersteller einer identitätsbasierenden Application-Firewall, durch Secure Computing soll demnächst ebenfalls abgeschlossen werden.

Secure Computing bedient mit seinen Produkten (etwa der Gateway-Security-Software "Webwasher", den "Sidewinder"-Firewall- sowie "Secure-Snapgear"-Appliances) rund 22 000 Firmenkunden aller Größenordnungen in 106 Ländern. Durch die Akquisition hofft McAfee, das industrieweit vollständigste Netzsicherheitsportfolio (Intrusion Prevention, Firewall, Web- und E-Mail-Security, Datensicherheit und Netzzugangskontrolle) anbieten zu können und sich auf diese Weise im Markt für Security-Risk-Management (SRM) an die Spitze zu katapultieren. Für diesen Geschäftsbereich erwartet der Konzern nach der Übernahme von Secure Computing einen Jahresumsatz von rund 500 Millionen Dollar.

Details zu den Integrationsplänen liegen noch nicht vor. Nach Angaben von Chris Kenworthy, Senior Vice President Marketing bei McAfee, zieht das Unternehmen jedoch die Entwicklung einer integrierten Management-Konsole für die Netzsicherheitsprodukte beider Anbieter in Erwägung. Vorbild wäre McAfees "ePolicy Orchestrator", mit dem Anwenderunternehmen das integrierte Management der Endpoint- und Datensicherheitsprodukte des Herstellers ermöglicht wird. McAfees strategisches Ziel sei es, die Anlaufstelle für sämtliche Sicherheitsbedürfnisse eines Unternehmens zu werden - ob über weitere Akquisitionen, Partnerschaften oder Eigenentwicklungen, so Kenworthy. Eines stellt der Marketier jedoch klar: "Wir bleiben (auf Sicherheit) fokussiert und machen nicht etwa Videospiele - oder Speichersysteme."

Aus Sicht von Gartner birgt der Zusammenschluss der beiden Sicherheitsfirmen Vorteile im Hinblick auf die Bandbreite des Produktangebots. "Es ermöglicht McAfee und Secure Computing, mit Anbietern wie Cisco und Juniper in Konkurrenz zu treten", so Gartner-Analyst John Pescatore. Allerdings gebe es Überschneidungen zwischen den Produktlinien der beiden Anbieter.

Nach Abschluss der Transaktion, der - vorbehaltlich der Zustimmung der Regulierungsbehörden und der Aktionäre - gegen Ende des vierten Quartals 2008 erwartet wird, soll Dan Ryan, CEO bei Secure Computing, als Executive Vice President und General Manager die Leitung von McAfees Network-Security-Unit übernehmen. (kf)