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Maut-Panne drückt Telekom-Gewinn

03.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Verzögerungen bei der Einführung der Lkw-Maut kommen die Deutsche Telekom teuer zu stehen. Presseberichten zufolge soll der Jahresgewinn wegen des Maut-Debakels um 440 Millionen Euro niedriger ausfallen. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" soll knapp die Hälfte der Summe durch Verluste und die Zahlung von Vertragsstrafen des Maut-Betreiberkonsortiums Toll Collect entstanden sein. Hinzu kämen Rückstellungen für Verluste in den Jahren 2004 und 2005 in Höhe von rund 232 Millionen Euro. Dieses Minus werde unter anderem durch die Umrüstung der Lkw-Mautgeräte entstehen, berichtete das Blatt. Analysten hatten bislang im Schnitt erwartet, dass die Telekom am 10. März einen Nettoprofit von 1,6 Milliarden Euro bekannt gibt. Darin waren die negativen Einflüsse aus dem Mautprojekt aber noch nicht mit einkalkuliert. Der Bonner TK-Riese selbst hatte zu Jahresbeginn ein leicht

positives Ergebnis in Aussicht gestellt.

Der ebenfalls mit 45 Prozent am Betreiberkonsortium Toll Collect beteiligte Automobilkonzern Daimler-Chrysler hatte bereits vor zwei Wochen gemeldet, die Probleme bei der Einführung der Lkw-Maut hätten das Jahresergebnis 2003 mit 250 Millionen Euro belastet. Grund für die niedrigere Summe sind Unterschiede in der Rechnungslegung der beiden Konzerne. So bilanziert Daimler-Chrysler nach US-Gaap (Generally Accepted Accounting Principles), während die Buchführung der Telekom nach dem vergleichsweise konservativeren HGB (Handelsgesetzbuch) erfolgt.

Die Telekom-Anleger nahmen die Meldung bislang gelassen. Am gestrigen Dienstag ging die "Volksaktie" sogar mit einem leichten Aufschlag von 0,2 Prozent aus dem Handel. (mb)