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Massiver Online-Betrug bei WM-Ticketbestellung aufgedeckt

15.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach der Aufdeckung eines groß angelegten Manipulationsversuchs sind die Chancen auf ein WM-Ticket deutlich gestiegen: Wie das Organisationskomitee (OK) der Fußball-WM 2006 in Deutschland anlässlich der ersten Verlosungsrunde bekannt gab, haben Unbekannte aus den USA versucht, mittels einer automatisierten, computergestützten Bestellabgabe illegal an eine große Zahl von Tickets zu kommen. "Dem Manipulationsversuch müssen gut zwei Millionen Tickets zugeordnet werden", teilte OK-Vizepräsident Horst Schmidt mit. Dem Betrug sei man auf die Schliche gekommen, da die Täter bei ihren Anträgen mit falschen Adressen gearbeitet hätten. Von den wenigen angeblichen Bestellern, die telefonisch erreicht wurden, habe aber keiner Tickets geordert.

Neben den eindeutig missbräuchlichen Anträgen schloss das OK auch Bestellungen aus, bei denen gegen die Verkaufsbedingungen verstoßen worden war. So wurde nach Angaben der Organisatoren mehrfach versucht, Karten für mehr als ein Spiel am selben Tag zu bestellen oder durch eine geringfügige Änderung der Namensschreibweise bei gleicher Bestelladresse mehr als die zulässige Anzahl von Tickets anzufordern.

Nachdem alle eindeutig als missbräuchlich identifizierten Anträge von der Auslosung der insgesamt 812.000 Eintrittskarten ausgeschlossen wurden, reduzierte sich die Anzahl der Bestellungen von zunächst 12,3 auf nun 8,7 Millionen - sieben Millionen Einzeltickets und 1,7 Millionen Teamserien. Die Auslosung erfolgte in etwa 600 Runden auf den fünf extra installierten Computern in den OK-Büros und mittels einer vom TÜV-Rheinland zertifizierten Software. Bekannt gegeben werden die Gewinner der ersten Verkaufsphase am 22. April. Insgesamt werden 2,2 Millionen Tickets per Losverfahren verteilt. (mb)