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Massachusetts erhebt neue Anschuldigungen gegen Miocrosoft

08.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Bundesstaat Massachusetts geht davon aus, dass Microsoft in mehreren Punkten gegen die Auflagen der Antitrust-Regelung verstoßen hat. US-Medienberichten zufolge beschuldigt die Regierung von Massachusetts den Gates-Konzern, einen Hersteller benachteiligt zu haben, der unter anderem auch PCs mit vorinstallierten Linux-Betriebssystem anbot,. Der Name des Unternehmen sowie die Art der Sanktionen wurden allerdings nicht genannt. Außerdem bezichtigt der Bundesstaat den Softwareriesen, er habe wettbewerbswidrige Vereinbarungen mit Internet-Service-Providern (ISP) abgeschlossen. Keine der Anschuldigungen konnte bislang entkräftet werden, hieß es in einer Mitteilung an das zuständige Gericht. Daher würden die Untersuchungen fortgesetzt. Der Bundesstaat beklagte zudem, dass seine Ermittlungen gegen Microsoft unter anderem durch das US-Justizministerium behindert würden.

Microsoft wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, die Einhaltung der Auflagen würde von internen und externen Monitoring-Teams streng überwacht.

Massachusetts ist der letzte von insgesamt neun Bundesstaaten, die vor Gericht schärfere Auflagen gegen den Gates-Konzern durchsetzen wollten. Der Fall soll am 4. November vor dem zuständigen Berufungsgericht verhandelt werden.

Erst vergangene Woche vertraten US-Kartellbehörden die Ansicht, dass Microsoft einige der im November 2001 vereinbarten Auflagen für die Beilegung des Antitrust-Prozesses nicht erfülle. Insbesondere bei der Gebührenstruktur für Konkurrenten, die einen Blick auf bestimmte Windows-Schnittstellen oder Kommunikationsprotokolle werfen und diese anschließend nutzen wollen, bestehe Nachholbedarf, hieß es in einem Zwischenbericht an das zuständige Bezirksgericht (Computerwoche online berichtete). (mb)