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Mashups: Wie IBM und Co das Web aufmischen

02.10.2007
Von pte pte
Bis vor kurzem noch als kommerziell wenig interessante Web-2.0-Spielerei abgetan, steht die Entwicklung von Mashup-Tools bei Industriegrößen wie IBM und Intel mittlerweile hoch im Kurs.

Während Intel erst kürzlich im Rahmen des Developer Forums den Startschuss zu seinem Mash Maker gegeben hat, bietet IBM mit QEDWiki bereits die dritte Version eines derartigen Mashup-Tools an. Unter Mashup versteht man analog zum englischen Begriff das Zusammenmischen von Online-Inhalten unterschiedlicher Herkunft auf einer Webseite oder in einer Webapplikation. Als bekannteste Beispiele dienen der einfache Einbau von YouTube-Videos oder Google-Maps-Material sowie der Einsatz von Widgets auf personalisierten Webseiten oder Blogs. "Die Entwicklung wird vom spielerischen Umgang mit Web-2.0-Umgebungen getrieben. Ziel ist es, diese Dynamik und Flexibilität in die Gestaltung von Webseiten und Webumgebungen einzubringen, ohne dass der Anwender über großartige Programmierkenntnisse verfügen muss", erklärt Tony Fricko, Emerging-Technologies-Experte bei IBM, im Interview mit pressetext. Als größtes Problem gilt derzeit, dass zwar zwischen 20 und 30 Industrievertreter an einem entsprechenden Technologieframework für Mashups arbeiten, aber keine industrieübergreifende Kooperation zum Entwickeln eines gemeinsamen Standards zustande gekommen ist.

Hoffnung setzt Fricko unter anderem in die OpenAjax Alliance, in der rund 70 Industriegrößen wie IBM, Microsoft und Google vertreten sind. "Ich denke, dass die derzeitige Situation gar nicht unbedingt auf die Konkurrenzsituation auf dem Markt zurückzuführen ist. Vielmehr haben viele Unternehmen die Technologie und das Konzept dahinter gleichzeitig für sich entdeckt und loten jetzt die Möglichkeiten aus", so Fricko. IBM arbeite jedenfalls mit Hochdruck an dem Ziel, mit Industriepartnern einen Standard für Mashup-Frameworks zu definieren.

Während das Intel-Forschungsprojekt Mash Maker auf Anwender aller Art abzielt und angetreten ist, die Technologie für den Mainstream zugänglich zu machen, verfolgt IBM eine etwas andere Strategie. Vielmehr sucht man nach Wegen, wie die Technologie produktiv von Unternehmen eingesetzt werden kann, um Webauftritte zu optimieren oder neue Geschäftsmodelle zu erschließen. Ein IBM-Pilotprojekt sieht beispielsweise vor, dass ein Telekom-Anbieter einen SMS-Versandservice mit einer Veranstaltungsplattform und Google Maps verknüpft. So können registrierte Teilnehmer auf einer Webseite einsehen, wann und wo ein Event stattfindet, welche Personen beabsichtigen vor Ort zu sein und diesbezüglich kontaktiert werden können. Die Verrechnung des eingebauten SMS-Dienstes erfolgt über den Telekom-Anbieter. Weitere Informationen zu QEDWiki finden sich hier. (pte)