Erfolgreiche Gründer

Marktlücke Zugriffsrechte

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Mit einem neuen Produkt für einen nachgewiesenen und klar umrissenen Bedarf kam protected-networks aus Berlin heraus. Nun steht der Einstieg in Auslandsmärkte an.
Die Gründer von protected-networks: Stephan Brack, Christian Zander und Thomas Gomell (v. l. n. r.) wagten den Sprung ins kalte Wasser.
Die Gründer von protected-networks: Stephan Brack, Christian Zander und Thomas Gomell (v. l. n. r.) wagten den Sprung ins kalte Wasser.
Foto: protected networks

Anfang 2009 gründeten Stephan Brack, Thomas Gomell und Christian Zander protected-networks. Alle Gründer verfügen über jahrelange IT- und TK-Branchenerfahrung: CEO Brack kam aus dem Produkt-Management von Alcatel-Lucent, Cheftechniker Zander war Entwicklungs-Projektleiter bei Tektronix. Vertriebschef Gomell hatte bis dato im Partnervertrieb von Headtechnology gearbeitet, in Gesprächen mit seinen damaligen Kunden die Produktidee entwickelt und auf einer Grillparty 2008 mit Brack darüber gesprochen: eine Lösung für das Berechtigungs-Management auf Windows-Servern.

Zurückhaltende Finanziers

Das Problem, das protected-networks heute zu lösen verspricht: Netz-Manager haben bei unstrukturierten Informationen oft keine Übersicht, welche Mitarbeiter welche Zugriffsrechte auf welche Daten haben. Sie müssen sich diese Übersicht mit hohem Aufwand jeweils ad hoc verschaffen, zum Beispiel anlässlich von Unternehmens-Audits. Die "8Man"-Software des Berliner Startups stellt grafische Ansichten bereit, die diese Aufgabe automatisieren und standardisieren.

Dass es auch mit so einem präzisen Produkt in Krisenzeiten schwierig ist, ein Unternehmen auf die Beine zu stellen, merkten Brack, Gomell und Zander schnell. Hatten sich Entrepreneure zu den Hoch-Zeiten kurz nach der Jahrtausendwende kaum der Finanzierungsangebote samt Beratung erwehren können, sah das vor zwei Jahren, als protected-networks auf der Suche nach Mitteln war, ganz anders aus. "Die VCs hatten ihren Bestand zu pflegen anstatt neue Startups zu finanzieren", so Brack.

Keine Alternative zum Gründen

Angesichts der "Konsolidierungstendenzen im Kommunikationssektor", erinnert sich Brack, war er, wie auch Gomell, auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Gemeinsam überzeugten sie Zander davon, mit seinem gesamten Entwicklerteam an Bord zu kommen.

Auf einen Schlag hatte das junge Unternehmen also recht hohe Personalkosten zu decken. Es gab indes keine Alternative zu diesem Sprung ins kalte Wasser, meint Brack: "Eine Unternehmenslösung muss von Anfang an stimmig sein, damit die Kunden sie akzeptieren. Rumprobieren am Markt geht nicht."

Microsoft-Gründerinitiative half mit

Um sich bei Investoren ins Gespräch zu bringen und schnell an die erforderlichen Mittel zu gelangen, arbeiteten Brack und Kollegen bei der Finanzierungssuche deshalb frühzeitig mit Beratern zusammen, von denen allerdings viele selbst nach detaillierter Einführung nicht immer verstanden, was man von ihnen wollte. Aus dieser Anfangszeit, berichtet Brack, stammen einige der weniger erfreulichen Gründungserfahrungen. Seinen Marktstart finanzieren konnte protected-networks schließlich mit Unterstützung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des High-Tech-Gründerfonds (HTGF).

Das Unternehmen gehört zudem zu den gegenwärtig 33 Unternehmen, die von der Gründerinitiative "unternimm was" von Microsoft Deutschland gefördert werden. Um das Wachstum ambitionierter Startups zu beschleunigen, werden hier im Rahmen der Gründerinitiative ausgewählte junge Unternehmen aus dem Hightech-Bereich durch Know-how und Kontakte unterstützt. Zusätzlich können die Entwickler im Rahmen des Breitenförderungsprogramms "BizSpark" zu Sonderkonditionen Microsoft-Entwicklungswerkzeuge und Plattformtechniken nutzen.

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