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Markt für Musik-Downloads entwächst den Kinderschuhen

20.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Zahl der (legalen) Musik-Downloads aus dem Internet hat sich 2004 in den USA und Europa verzehnfacht. Wie der Branchenverband International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) bekannt gab, wurden weltweit in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 200 Millionen Musiktitel gekauft. Dies sei ein klares Zeichen dafür, dass der Markt in Fahrt kommt, hieß es. Für das laufende Jahr rechnet der Verband damit, dass sich das insgesamt 330 Millionen Dollar schwere Geschäft verdoppelt.

Die größte Herausforderung für die Anbieter von digitalen Musikstücken sei es von Anfang an gewesen, das Kaufen der Songs leichter zu machen als das Stehlen, so IFPI-CEO John Kennedy. Nun, da legale Musik-Downloads überall zu haben sind, werde dieses Ziel allmählich Realität.

Nach Untersuchungen des Verbands geht mit der zunehmenden Nutzung legaler Angebote der illegale Tausch von Musiktiteln über P2P-Netze zurück. Die Bedrohung durch Internet-Piraterie bleibt jedoch ein Problem für die Plattenlabels.

Hierzulande kennen laut aktueller Umfrage des Deutschen Phonoverbands 62 Prozent aller Personen unter 30 Jahren legale Angebote, das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Geändert hat sich auch das Nutzerverhalten: 64 Prozent aller User, die Musik aus dem Internet herunterladen, nutzen dafür auch legale kommerzielle Angebote und Web-Seiten von Künstlern.

Gleichzeitig wissen 75 Prozent der Deutschen, dass Musikangebote in "Tauschbörsen" praktisch immer illegal sind. Die eingeleiteten Rechtsverfahren gegen illegale Anbieter werden von 66 Prozent der Befragten als wirkungsvolles Mittel bewertet. (mb)