Klage von IBM beigelegt

Mark Papermaster darf bei Apple anfangen

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Der frühere IBM-Manager Mark Papermaster darf am 24. April seinen angekündigten neuen Job bei Apple antreten.

Einen Rechtsstreit, mit dem die IBM dies verhindern wollte, habe man beigelegt, teilten beide Firmen mit. Apple hatte Papermaster im vergangenen November trotz der Klage eingestellt. Er soll als neue Senior Vice President of Devices Hardware Engineering für iPod und iPhone die Nachfolge von Tony Fadell antreten und direkt an Konzernchef Steve Jobs berichten.

Dagegen war IBM vorgegangen, weil Papermaster damit aus Sicht des Konzerns gegen eine Konkurrenzauschluss-Klausel in seinem Arbeitsvertrag verstieß. Auch nach der jetzt erzielten Einigung soll der Manager gegenüber Big Blue im Juli und Oktober 2009 nachweisen, dass er keine IBM-Geschäftsgeheimnisse an Apple weitergegegeben hat.

In seiner Zeit bei der IBM hatte Mark Papermaster unter anderem das Geschäft mit den "PowerPC"-Prozessoren geleitet. IBM hatte diese im Jahr 1991 gemeinsam mit Apple aus der Taufe gehoben, um das Duopol von Intel und Microsoft ("Wintel") in der PC-Branche zu entthronen. Außer Apple nutzte allerdings so gut wie niemand diese Chips, und auch Apple selbst stieg vor zwei Jahren auf die technisch vor allem in puncto Stromverbrauch und Energieeffizienz überlegenen CPUs von Intel um.

Nun gibt es Spekulationen, ob Apple Papermaster womöglich dazu angeheuert hat, eigene Chips speziell für Mobilgeräte zu entwickeln. Derzeit basieren die Prozessoren des iPhone auf Designs der britischen Firma ARM Holdings PLC. Apple hat praktisch keine eigene Erfahrung im Halbleiterbereich. Im vergangenen Jahr blätterte der Hersteller aus Cupertino aber immerhin 278 Millionen Dollar für die Chipfirma P.A. Semi hin.