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Marconi: Nun auch in Deutschland Entlassungen

13.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der finanziell angeschlagene britische TK-Ausrüster Marconi wird deutschlandweit bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres insgesamt 600 Stellen abbauen. Damit soll die Zahl der Arbeitsplätze auf unter 1800 sinken, erklärte Jürgen Beer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Marconi Communications GmbH. Noch in dieser Woche werden in der Deutschland-Zentrale in Backnang bei Stuttgart 20 bis 30 Kündigungen ausgesprochen, sagte eine Sprecherin gegenüber der COMPUTERWOCHE. Auch Mitarbeiter der Standorte Offenburg, Frankfurt am Main und im sächsischen Radeberg müssten mit Entlassungen rechnen. In Offenburg sollen die betroffenen Mitarbeiter in zwei Auffanggesellschaften übernommen werden, wo man sie ein Jahr lang qualifiziert und gegebenenfalls vermittelt. Ferner plane das Unternehmen, Teile der dortigen Produktion mit etwa 250 Beschäftigten

zu verkaufen. Gespräche mit Investoren hätten aber noch zu keinem Ergebnis geführt. Bereits vor der Entlassungswelle versuchte Marconi Stellen mittels Altersteilzeitprogrammen, Vorruhestandsregelungen und Aufhebungsverträgen abzubauen.

Marconi muss seit über einem Jahr starke Umsatzeinbrüche hinnehmen. Das im September 2002 abgeschlossene Quartal wies gegenüber dem Vorjahr einen 40-prozentigen Umsatzverlust auf und liegt nun bei 747,1 Millionen Dollar. Grund für das Desaster seien die Telefongesellschaften, die wegen ihrer hohen Schulden die Investitionen zurückschraubten. (km)