Web

 

Mann verbreitet privates Sex-Video mit Freundin - Bewährungsstrafe

10.01.2006
Für das Verbreiten eines privaten Sex-Videos mit seiner Ex-Freundin im Internet hat das Amtsgericht Marburg einen 40-Jährigen zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Der Angeklagte muss seiner Ex-Freundin zudem 35.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Aus Rache für die Trennung hatte der Mann nach Feststellung des Gerichts vom Montag den Film sowie 26 leicht verfremdete Bilder einer Pornodarstellerin, die seiner früheren Partnerin ähnlich sieht, in einer Tauschbörse angeboten. Er versah dies mit Beschimpfungen, dem vollen Namen seiner ehemaligen Freundin, ihrer Adresse und Telefonnummer. Die Bilder sind bis heute weltweit zugänglich.

Das Gericht befand den Angeklagten der Beleidigung, der Verbreitung von Pornografie sowie der Verletzung der Rechte am eigenen Bild für schuldig. Es sei technisch nicht möglich, die Dateien wieder aus dem Internet zu löschen, betonte Richter Mirko Schulte in der Urteilsbegründung. "Man wird an die elektronische Litfasssäule geklebt und den Voyeuren zum Fraß vorgeworfen." Ein solcher Fall sei in Deutschland bisher nicht verhandelt worden.

Als die 43-Jährige plötzlich Anrufe und Mails fremder Männer erhielt, war sie auf die Pornobilder aufmerksam geworden. Mitschüler hatten zudem ihre Tochter darauf angesprochen. Der Angeklagte, der nicht vorbestraft ist, hatte die Tat an den drei Verhandlungstagen bis zuletzt bestritten - mit widersprüchlichen Angaben. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre und vier Monate Haft gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. (dpa/tc)