Manipulierte Preise: Bundeskartellamt ermittelt gegen T-Mobile und Vodafone

24.04.2008
Das Bundeskartellamt ermittelt gegen T-Mobile und Vodafone wegen des Verdachts auf Preismanipulationen. Den Verfahrensanstoß gab E-Plus, der Netzbetreiber sieht den Wettbewerb durch das Verhalten der Marktführer gefährdet. Die Anbieter müssen jetzt nähere Informationen über ihre Geschäftszahlen offenlegen.

Das Bundeskartellamt hat ein Missbrauchsverfahren gegen T-Mobile und Vodafone eröffnet und in diesem Zusammenhang die vier Netzbetreiber aufgefordert, nähere Auskünfte zu erteilen. Hintergrund ist der Verdacht eines missbräuchlichen Ausnutzens der marktbeherrschenden Stellung der Marktführer, indem sie mit einzelnen Tarifmodellen den Wettbewerb behindern. Den Verfahrensanstoß gab die niederländische KPN, die mit ihrem Tochterunternehmen E-Plus auch am deutschen Markt aktiv ist. Es werde geprüft, ob E-Plus und o2 durch das Verhalten von T-Mobile und Vodafone geschädigt wurden.

Im Rahmen eines Fragenkataloges haben die Netzbetreiber bis Ende Mai Zeit, detaillierte Informationen über die Entwicklung der Preise, Umsätze, Gewinne, Kundenzahlen und die Anzahl der Sprachminuten offenzulegen. Für das Bundeskartellamt sind nach Angaben der Financial Times (FTD) die Jahre von 2003 bis 2007 interessant.

In einer früheren Entscheidung über die Zusammenarbeit von mehreren Netzbetreibern zum Thema Handy-TV hatte das Bundeskartellamt bereits auf eine mögliche Dominanz von T-Mobile und Vodafone hingewiesen: "Auf dem Sprachtelefoniemarkt ist die Oligopolvermutung [...] durch T-Mobile und Vodafone erfüllt. [...] Der aktuelle Wettbewerb zwischen diesen beiden Unternehmen scheint auch nicht sehr ausgeprägt".

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