Professor Arnold Picot zu BI

"Mangel im Überfluss"

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Das Interesse an Business Intelligence ist groß, in der Praxis hapert es aber noch gewaltig. Besser ist dabei, wer BI zur zentralen Aufgabe macht und die an ein Competence Center delegiert.

Arnold Picot, Professor an der Universität München, wundert sich: Trotz der nie dagewesenen Datenfülle in und außerhalb von Unternehmen macht der Wissenschaftler einen Mangel an entscheidungsrelevanten Informationen aus. "Es zeigt sich ein merkwürdiges Paradox: Mangel im Überfluss", so Picot im Vorwort zur Studie "BI Challenge", die er zusammen mit dem IT-Dienstleister Cirquent verfasst hat.

Kein Wunder: Die meisten Anwender von BI sitzen bei Controlling und Finance. (Quelle: Cirquent)
Kein Wunder: Die meisten Anwender von BI sitzen bei Controlling und Finance. (Quelle: Cirquent)

In der Umfrage unter 153 Vertretern deutschsprachiger Unternehmen zeigt sich in der Tat, dass es trotz des anhaltend großen Interesses für Business Intelligence (BI) große Schwächen in der Umsetzung und der strategischen Planung gibt.

So bezeichnen rund zwei Drittel der Befragten ihre bestehende BI-Landschaft als "heterogen". Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer hat mehr als ein Backend-System im Einsatz, 48 Prozent mehr als ein Frontend. "Heterogenität" - stattdessen könnte hier auch von "Durcheinander" die Rede sein. Im Backend dominieren ebenso SAP-Lösungen zu 73 Prozent wie im Frontend mit einem Anteil von 55 Prozent.

Zur Heterogenität (vulgo: Durcheinander) trägt auch die Tatsache bei, dass die Firmen zum Erstellen von Berichten "weitere Produkte" einsetzen. Meist ist das Excel: Neun von zehn Unternehmen setzen auf die Tabellenkalkulation von Microsoft Office.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer Schwesterpublikation CIO. (ph)