IT intim - Die Sorgen der CIOs

Mandat für eine zukunftssichere IT

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Inwieweit investiert eine Bank jetzt noch - oder gerade jetzt - in ihre IT-Landschaft?
Wolfgang Gaertner, CIO Core Banking, Deutsche Bank
Wolfgang Gaertner, CIO Core Banking, Deutsche Bank
Foto: Deutsche Bank

Bei uns tut sich gerade enorm viel in der IT. In den vergangenen Monaten haben wir intern ausgiebig darüber gesprochen, wie wir unsere IT-Landschaft zukunftssicher aufstellen können. Und auch die Unternehmensleitung hat klar ihre Unterstützung zugesagt. Öffentlich wurde auf unserem Investorentag, also auf einer kapitalmarktrelevanten Konferenz, die strategische Rolle der IT für die Deutsche Bank ausgiebig diskutiert. Das ist ein deutliches Zeichen nach außen und ein klares Mandat nach innen, was wir zu tun haben.

Der Grundgedanke bei uns im Hause ist folgender: Die IT unterstützt nicht nur das Geschäft, sondern ist ein Katalysator. Entsprechend haben wir in der IT den Auftrag erhalten, unsere Anwendungen grundlegend zu modernisieren, sprich: alle Prozesse zu analysieren und künftig noch konsequenter auf den Kunden auszurichten.

Zudem wollen wir das Unternehmen besser auf Firmen-Zusammenschlüsse und -Übernahmen vorbereiten. Wir haben 2008 bereits die Norisbank integriert, und in diesem Jahr wollen wir auch mit der Berliner Bank so weit sein.

Aufgrund der klaren Geschäftsstrategie unseres Hauses steht auch der CIO stärker als früher im Fokus. Dabei freut es mich zunächst, dass mein Team als wesentlicher Treiber des Unternehmenserfolgs wahrgenommen wird. Das bringt nicht nur den berühmten "Seat at the table" mit sich, sondern auch interessante Aufgaben und Karrierechancen für meine guten Mitarbeiter.

Auf der anderen Seite werden mir anspruchsvolle Ziele gesetzt: Bestehende Systeme sollen in einem Mehrjahresprogramm reengineert oder ersetzt werden - in einem Mix aus Service-orientierter Architektur und Standardsoftware, wo das möglich ist. Die Investitionen in IT dienen der Stärkung unserer Wettbewerbsposition im Heimatmarkt. Wir wollen Chancen nutzen. Und das gerade jetzt.