Studien zu Geschäftsreisen

Manager gehen oft schlecht gerüstet auf Reisen

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Anzeige  Trotz Internet, digitaler Kommunikation und dem zunehmenden Einsatz von Kollaborationstools kommt der Verzicht auf Geschäftsreisen für die meisten Unternehmen nicht in Frage. Die reisenden Fach- und Führungskräfte allerdings beklagen sich über schlechtes Equipment und mangelnde Unterstützung.
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Bei den meisten Unternehmen steigen die Ausgaben für Geschäftsreisen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Techconsult. Das Marktforschungsunternehmen hatte für den "Geschäftsreise-Benchmark" 268 Business- und IT-Verantwortliche deutscher Unternehmen befragt. Die reisenden Mitarbeiter sind danach oft unzufrieden mit ihrer Ausstattung und der Unterstützung durch ihren Arbeitgeber. In einer anderen Befragung, der "Business Travel Studie" des Deutschen Reiseverbandes (DRV) aus dem Jahr 2013, für die 200 Fach- und Führungskräfte befragt wurden, geben nur 64 Prozent an, dass ihnen eine technische Ausstattung gestellt wird, die sie bei der Gestaltung der Arbeitszeit und der freien Zeit angemessen unterstützt. Die Mitarbeiter wünschen sich von ihren Arbeitgebern vor allem mehr Flexibilität bei der technischen Ausstattung.

Foto: DRV

Damit stehen sie nicht allein: Eine Studie aus Großbritannien zeigt, dass auch ihre englischen Kollegen sich über ihre technische Ausstattung beklagen: Dort gaben etwa 47 Prozent der 500 Befragten an, dass sie, wenn sie auf Reisen mobil telefonieren wollten, ausschließlich auf ihr eigenes Smartphone zurückgreifen müssten. Auch beklagten sie sich über fehlende Aufklärung im Hinblick auf Datensicherheit auf Dienstreisen, wie etwa Informationen darüber, ob sie öffentliche WLAN-Zugänge nutzen könnten. Nur 23 Prozent der Arbeitgeber hatten ihre Mitarbeiter explizit mit Richtlinien und Informationen für solche Sicherheitsrisiken ausgestattet.

Bei all dem stelle sich die Frage, so der DRV, ob die Unternehmen die Notwendigkeit von Geschäftsreisen hinreichend überprüften. Denn in 57 Prozent der Fälle dienten Geschäftsreisen der Kontaktpflege mit Mitarbeitern des eigenen Unternehmens. Auch wenn das persönliche Treffen von Mitarbeiter an verschiedenen Standorten mit Sicherheit von Zeit zu Zeit förderlich für die Zusammenarbeit sei, ließen sich in vielen Fällen Absprachen und Konferenzen ebenso gut durch virtuelle Konferenzen erledigen. Nach Einschätzung des DRV legten die Ergebnisse mehrerer aktueller Studien Zweifel nahe, ob Unternehmen angesichts der stetigen Entwicklung neuer Collaboration-Tools das Optimierungspotential moderner Kommunikationstechnologien überhaupt ausschöpften.