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Management übernimmt Razorfish Deutschland

18.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Seit Dezember 2001 operiert der Internet-Dienstleister Razorfish Deutschland unabhängig von der Razorfish-Gruppe. Die deutsche Niederlassung wurde im Rahmen eines Management-Buy-Outs an die Geschäftsführer Stefan Hetges und Andrea Borgato verkauft. Finanzielle Details des Deals veröffentlichte das Unternehmen nicht. Trotz der Unabhängigkeit von der ehemaligen Mutter soll die Internationalität von Razorfish Deutschland erhalten bleiben, versichern die beiden Manager. Man werde weiterhin mit den ebenfalls inzwischen unabhängig von Razorfish USA operierenden Niederlassungen in Amsterdam, Stockholm und Oslo zusammenarbeiten. In Deutschland ist Razorfish in München, Frankfurt am Main und Hamburg vertreten und betreut Kunden wie die Bayerische Landesbank, Audi und die Hypovereinsbank.

Razorfish, der einstmals ein Star der New Economy, war 1995 in New York gegründet worden. Während des Dotcom-Booms erlebte das Unternehmen Anfang 2000 einen Börsenhöhenflug, der ihm einen Kurs von rund 57 Dollar bescherte. Seitdem ging es jedoch bergab. Mit dem Platzen der Dotcom-Blase blieben auch die Aufträge aus, die Company schrieb rote Zahlen. Mehrere Standorte auch in Europa wurden inzwischen geschlossen. Neben der deutschen Niederlassung trennte sich Razorfish zudem von seinen Büros in Amsterdam, Stockholm und Oslo. "Mit dem Verkauf unserer europäischen Niederlassungen wollen wir wieder näher an die Gewinnzone herankommen", erklärte Jean-Philippe Maheu, Chef der New Yorker Razorfish-Gruppe. Künftig wolle man sich auf das Geschäft in den USA konzentrieren.

Die Aktie von Razorfish USA wird derzeit bei 24 Cent gehandelt. (ka)