Management-Training mit Lego: Ich baue, also bin ich

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Die Gilde der Management-Berater hat einen neuen Ansatz entdeckt: spielerisches Lernen. Diesmal aber richtig. Jetzt sollen mit Lego-Steinen Firmenmodelle auf- und mentale Barrieren abgebaut werden.

Mit "Serious Play" ist es Lego gelungen, die Wertschöpfungskette der kleinen Bauklötze entscheidend zu verlängern. Nach den Kindern wurde nun die solvente Zielgruppe der Manager entdeckt, die von der Lego-Konzerntochter Executive Discovery bedient werden.

Die betroffenen Firmenlenker bauen gruppenweise den idealen Mitarbeiter, die eigene Firma und ihre Wettbewerber auf Workshops unter Anleitung eines Unternehmensberaters nach. Aus dieser "Geschäftslandschaft", so das "Manager-Magazin", lernen sie. Was auch immer. Aber effizienter als zuvor.

Die ersten begeisterten Bastler, so hieß es dort, kamen aus jungen Internet-Firmen; inzwischen habe auch die Old Economy Interesse gezeigt. Was noch dafür sprechen soll: Es wurde von Professoren entwickelt, sei kreativ und zudem gruppendynamisch. Der Sieg der Hand über das Hirn. Preise wurden nicht genannt.

Das Modell Serious Play hat jedoch Charme, weil es Raum für weitere Management-Trainings schafft: Neben "Serious Mobbing" von Heckler & Koch drängen sich Workshops wie "Serious Investmentbanking" von Merrill Lynch oder "Serious Auditing" von KPMG gegenwärtig förmlich auf.