Akademische Gründer brauchen externe Hilfe

Man muss nicht alles selbst können

03.04.2006
Der Schritt von der Hochschule in den Job fällt vielen schwer. Wer dann noch eine eigene Firma gründen will, ist gut beraten, wenn er sich Hilfe holt - wie das Beispiel von Volker Rehrmann, Geschäftsführer des Entsorgungs-Dienstleisters TiTech in Andernach, zeigt.

YOUNG PROFESSIONAL: Herr Rehrmann, acht Jahre nach der Gründung beschäftigen sie 50 Mitarbeiter und haben sich mit ihren Lösungen, um Abfall effizienter zu sortieren, nicht nur in Deutschland einen Namen gemacht. Wie haben Sie die erfolgreiche Unternehmensgründung aus der Hochschule heraus geschafft?

VOLKER REHRMANN: Von Erfolg konnte in der ersten Zeit keine Rede sein. Trotz der guten Vorarbeiten im Forschungsprojekt war die Gründungsphase mühsamer als erwartet. Professor Lutz Priese und ich konnten mit Christoph Bach einen Partner aus der Industrie gewinnen, der beste Marktkenntnisse hat und zudem vertriebsstark ist. Es dauerte aber nochmals über ein Jahr, bis wir ein verkaufsfähiges Produkt hatten. Einer unserer ersten Kunden war dann 1999 das Duale System Deutschland. Wir haben immer die Strategie verfolgt, alles, was nicht unser Kerngeschäft ist, auszulagern. Vielleicht ist dies unser Erfolgsrezept.

YP: Hatten Sie damals die notwendigen Kenntnisse für eine Gründung?

REHRMANN: Uns war bald klar, dass es klüger ist, auf externe Unterstützung zurückzugreifen. Wir wurden ausgezeichnet vom Technologiezentrum Koblenz unterstützt, das auf junge Hightech-Firmen spezialisiert ist. Zudem wurden wir lokal, regional und durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert.

Volker Rehrmann...

YP: Wie sah die Unterstützung durch das Technologiezentrum Koblenz aus?

Volker Rehrmann hat den Sprung von der Hochschule zum eigenen Unternehmen geschafft. Heute beschäftigt sein Entsorgungs-Dienstleister 50 Mitarbeiter.
Volker Rehrmann hat den Sprung von der Hochschule zum eigenen Unternehmen geschafft. Heute beschäftigt sein Entsorgungs-Dienstleister 50 Mitarbeiter.

REHRMANN: Wir haben unseren Firmensitz im Technologiezentrum eingerichtet und die dortige Infrastruktur wie Bürofläche, Sekretariat und Besprechungsräume genutzt. Zudem haben wir extern eine Halle angemietet, um unsere Anlage aufbauen und den Interessenten demonstrieren zu können. Zudem hat uns der Geschäftsführer des Gründerzentrums, Alfred Rochlus die ganze Gründungs- und Entwicklungsphase begleitet. Er plante mit uns die Firmengründung und stellte mit uns den zeitlichen Ablaufplan und die technische Planung auf. Aus diesen Plänen ermittelten wir gemeinsam den Kapitalbedarf und die Finanzierungsplanung. Außerdem führte er die Plausibilitätsprüfung durch, beriet uns über mögliche Fördermittel und half uns bei den Finanzierungsgesprächen. In der Anfangszeit übernahm er auch die gesamte kaufmännische Begleitung und die Berichterstattung gegenüber unseren Kapitalgebern.

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