Outsourcing

MAN gibt Infrastruktur an T-Systems und IBM ab

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Die MAN-Gruppe lagert ab 1. Juli ihre IT- und TK-Infrastruktur an die Dienstleister T-Systems und IBM aus - auf Kosten der hauseigenen IT-Tochter.

Dazu hat der Lkw-, Bus- und Dieselmotorenbauer Siebenjahresverträge mit T-Systems und IBM unterzeichnet. Die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom übernimmt für MAN zentrale Services wie Netze und Rechenzentren; IBM werden die dezentralen Services rund um PCs und Arbeitsplätze übertragen. Bislang hatte die IT-Tochter MAN IT Services GmbH diese Infrastruktur geliefert. Für rund 320 Mitarbeiter in Deutschland und Österreich besteht nun die Wahlmöglichkeit, zu einem der beiden neuen Partner zu wechseln oder bei MAN zu bleiben. Die Arbeitsplätze sollen so gesichert werden.

Der erste Diesel-Lkw aus dem MAN-Werk in München
Der erste Diesel-Lkw aus dem MAN-Werk in München

"Die Unternehmensprozesse und die IT-Anwendungen bleiben auch weiterhin in der Verantwortung von MAN", sagt Joachim Dürr, Senior Vice President Corporate Development der MAN AG. "Die Infrastrukturdienstleistungen gehören aber nicht zu unserem Kerngeschäft." Diese Services ließen sich industrialisiert, in hoher Qualität und günstiger am Markt einkaufen. Die Dienstleister würden künftig auch die erforderlichen Investitionen tätigen und könnten dies effizienter und zielgerichteter tun als MAN selbst. MAN, so Dürr, könne die ITK-Kapazitäten künftig flexibel an den Geschäftsverlauf anpassen und erwarte von der Auslagerung deutlich geringere Betriebskosten bei gleichzeitiger Minimierung seiner Betriebsrisiken.

T-Systems soll die IT-Infrastruktur der MAN-Gruppe - deren WAN 400 Standorte in 23 Ländern verbindet - konsolidieren. Die Telekom-Sparte will dazu alle Services in zwei eigene Hochsicherheits-Rechenzentren in München überführen. "Wichtig war, dass wir am Standort München zwei moderne Rechenzentren haben, in denen die ehemaligen Mitarbeiter der MAN IT-Services weiterarbeiten können", kommentiert T-Systems-Chef Reinhard Clemens. Mit diesem Auftrag untermauere seine Firma ihre Position im Automobil- und Nutzfahrzeugsektor.

Die IBM kümmert sich bei MAN zunächst in 17 Ländern um Ausstattung und Wartung aller Arbeitsplatzrechner plus Peripherie und Software, die Telekommunikation, dezentrale IT-Netze, die E-Mail-Infrastruktur sowie weitere zentrale Dienste. Big Blue nutzt dafür einen mehrsprachigen IT-Helpdesk mit Sitz in Erfurt. "Für MAN bedeutet dies eine Beschleunigung der Unternehmensprozesse bei gleichzeitiger Kostenreduzierung; für die IT-Experten, die im Rahmen des Outsourcing-Vertrags zu IBM wechseln, gute Karrierechancen bei IBM", verspricht Michael Diemer, Geschäftsführer IBM Deutschland GmbH und General Manager IBM Global Technology Services Deutschland.