Windows 10 Sicherheit

Malware entfernen, PC retten

Florian Maier beschäftigt sich in erster Linie mit dem Themenbereich IT-Security. Daneben schreibt er auch über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C und ist für den Facebook-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Windows-PC nach einem Malware-Befall effektiv bereinigen und neu aufsetzen.

Nimmt Ihr Computer Tastatur- oder Mauseingaben erst nach endlosen Verzögerungen an? Werden Sie von Popup-Arien in den Wahnsinn getrieben und auch sonst kommt Ihnen Ihr Windows-System reichlich eigensinnig vor? Dann könnte es sein, dass Ihr PC mit einem Virus, Spyware oder Malware infiziert ist. Und nein, Antivirus-Software alleine bietet hiergegen keinen ausreichenden Schutz. Die eingangs beschriebenen Probleme können zwar auch bei Hardware-Fehlern auftreten, trotzdem sollten Sie Ihren Windows PC in jedem Fall einem Malware-Check unterziehen. Wie das geht, zeigen wir Ihnen auf den folgenden Seiten.

Zuvor jedoch noch ein Hinweis: natürlich können Sie diese Anti-Malware-Anleitung auch nutzen, wenn Sie einen Rechner besitzen, der auf Windows 7 oder 8 läuft. Bei der Bereinigung unter Windows 10 gibt es allerdings einige Besonderheiten, die der neuen Oberfläche des Betriebssystems geschuldet sind.

Schritt 1: Windows 10 im abgesicherten Modus starten

Bevor Sie irgendetwas tun, trennen Sie zunächst die Verbindung Ihres Rechners zum Internet und benutzen Sie diesen bis zur Bereinigung nicht. Diese erste Maßnahme kann dabei helfen, die Ausbreitung von Malware und damit auch den Diebstahl persönlicher Daten zu verhindern. Starten Sie Ihr System zunächst im abgesicherten Modus - hier werden nur die nötigsten Programme und Prozesse nach dem Bootvorgang initiiert. Sind etwa schadhafte Dateien auf dem System, die beim Startvorgang ausgeführt werden sollen, wird dies so verhindert. Das ist wichtig, denn Malware kann leichter entfernt werden, wenn sie nicht aktiv ist.

Leider hat sich Microsoft dazu entschieden, den Start im abgesicherten Modus unter Windows 10 deutlich komplizierter zu gestalten, als es noch bei Windows 7 und 8 der Fall war. Um einen Windows 10 PC im abgesicherten Modus zu starten, gehen Sie wie folgt vor:

  • Klicken Sie den Start-Button und veranlassen Sie bei gedrückter Shift-Taste einen Reboot des Systems.

  • Im folgenden Menü wählen Sie die Option "Problembehandlung", anschließend "Erweiterte Optionen", dann "Starteinstellungen". Anschließend klicken Sie auf "Neu starten".

  • Nun sollten Sie ein Auswahlmenü mit verschiedenen, nummerierten Startoptionen sehen: Der abgesicherte Modus ist Option 4. Falls Sie einen Online-Scanner einsetzen wollen, wählen Sie Option 5. Dabei handelt es sich um den abgesicherten Modus mit Netzwerkfunktionen.

Ihnen wird vielleicht auffallen, dass Ihr PC im abgesicherten Modus deutlich schneller läuft als sonst. Das könnte, muss aber nicht, auf Malware hindeuten: Auch wenn Sie viele Programme beziehungsweise Apps installiert haben, die normalerweise beim Hochfahren des Systems automatisch gestartet werden, frisst das Systemleistung. Wenn Ihr PC hingegen mit einer SSD ausgestattet ist, ist dieser wahrscheinlich auch nach einem Malware-Befall noch einigermaßen performant.

Schritt 2: Temporäre Dateien unter Win10 löschen

Wenn Sie sich im abgesicherten Modus befinden, sollten Sie zuerst einen Virus-Scan durchführen. Zuvor sollten jedoch die temporären Dateien gelöscht werden. Der Grund: der Virus-Scan läuft schneller, Festplattenspeicher wird frei und eventuell wird auch gleich Malware mitgelöscht. Um die temporären Internetdateien zu löschen, empfiehlt sich unter Windows 10 die Verwendung des Microsoft-Tools Datenträgerbereinigung. Dieses rufen Sie entweder über das Startmenü auf oder Sie geben den Begriff in die Suchleiste neben dem Start-Button ein.

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