Finanzbranche

Mainframe bleibt erste Wahl

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Anzeige  Im Finanzsektor bleibt der Mainframe die erste Wahl. Nach einer CA-Studie nutzen 60 Prozent den Großrechner, um geschäftskritische Daten zu verwalten. Schwindendes Mainframe-Know-How wird durch verstärkte Schulungen aufgefangen.
Sicherheit ist eines der Hauptargumente pro Mainframe: Das Chart zeigt die Verteilung der Zustimmung auf das Statement: ‘The mainframe-centric infrastructure is inherently more secure than its server-centric equivalent’?
Sicherheit ist eines der Hauptargumente pro Mainframe: Das Chart zeigt die Verteilung der Zustimmung auf das Statement: ‘The mainframe-centric infrastructure is inherently more secure than its server-centric equivalent’?

Eine Studie des Anbieters von IT-Management-Software, CA, zeigt, dass sich die Finanzdienstleistungsbranche in Europa am stärksten engagiert, das schwindende Mainframe-Know-how auszugleichen. Die unabhängige Untersuchung The Mainframe: Surviving and Thriving in a Turbulent World stellt zudem fest, dass 57 Prozent der Firmen in der Finanzdienstleistungsbranche davon überzeugt sind, eine weborientierte Anwenderoberfläche (GUI, Graphical User Interface) mache den Mainframe für weniger erfahrene IT-Mitarbeiter attraktiver. Bei der Einstellung von neuem IT-Personal spielt dieser Sachverhalt eine zentrale Rolle.

Laut Studie, die in fünf vertikalen Märkten - Finanzen, Fertigung, öffentliche Verwaltung, Handel & Transport sowie Technologie - in Europa durchgeführt wurde, schulen 42 Prozent der Unternehmen aus dem Finanz-Service-Sektor ihre Angestellten für den Mainframe. Im Vergleich dazu liegt der Branchendurchschnitt lediglich bei 33 Prozent. 71 Prozent der Befragten haben erkannt, dass für den Mainframe immer weniger IT-Experten zur Verfügung stehen. Dies geht mit einem drastischen Rückgang an relevantem Fachwissen einher. Branchenübergreifend sind 66 Prozent der Befragten der gleichen Meinung.

Das bedeutet, dass die Gesamtbranche weniger vorbeugende Maßnahmen gegen die Know-how-Lücke im Großrechnerbereich trifft. So denken beispielsweise nur neun Prozent der Organisationen aus der Öffentlichen Verwaltung, dass eine weborientierte GUI hilft, das Know-how-Defizit zu überwinden. Ein ähnliches Bild zeichnen die anderen Branchen.

"Vorreiter" bei Mainframes

"Die Studie zeigt, dass die Finanzdienstleister im Vergleich zu anderen Branchen ein Vorreiter in Sachen Mainframe sind. Sie betreiben die meisten geschäftskritischen Daten auf der Großrechner-Plattform", betont Thomas Leitner, Senior Vice President Mainframe Sales EMEA bei CA. "Zum Einen gehen in vielen Fällen die erfahrenen Mainframe-Experten bald in Rente, weshalb Unternehmen vor der Aufgabe stehen, mit weniger Ressourcen mehr zu erreichen. Zum Anderen sind die IT-Entscheider gefragt, einen noch leistungsfähigeren Mainframe, auf dem noch mehr Anwendungen betrieben werden können, zu realisieren. Gleichzeitig gilt es, die Gesamtbetriebskosten (TCO, Total Cost of Ownership) rigoros zu kontrollieren. Das ist der Grund, warum immer mehr Anwendungen auf dem Mainframe geladen werden. Mainframes bieten im Vergleich zu verteilten Umgebungen eine deutlich effizientere Gesamtkostenbetrachtung."

Mit seiner Mainframe 2.0"-Initiative will CA der nächsten Generation von Mitarbeitern im IT-Management den Weg für eine effiziente Verwaltung der Großrechner ebnen: Mainframe 2.0 hat zum Ziel, wichtige Aufgaben des Mainframe-Managements zu erleichtern. Bei CA programmieren und testen Entwickler, die in den Programmiersprachen wie Java und C++ zu Hause sind, das CA Mainframe 2.0-Angebot. Derzeit wirbt CA zudem in USA, Europa und Asien, um die IT-Entwickler der "nächsten Generation" und ihre Mainframe Geschäftseinheit zu verstärken.

Die Studie wurde im Auftrag von CA vom internationalen Forschungsinstitut Vanson Bourne durchgeführt. Insgesamt 180 IT-Directors und Senior IT-Manager wurden in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, den BeNeLux-Ländern und Skandinavien befragt.