Wer kann, der kann

MacBook Air - Apple wirft mit Eigenlob um sich

22.10.2010
Von pte pte
Apple hat eine neue Versionen des MacBook Air vorgestellt und dabei einmal mehr nicht mit Eigenlob gespart. Die vermeintlichen Innovationen sind jedoch hinlänglich bekannt.
Ein gutes Kilo wiegt das 11-Zoll-Modell: Das Wort Schlepptop war vor zehn Jahren en vogue.
Ein gutes Kilo wiegt das 11-Zoll-Modell: Das Wort Schlepptop war vor zehn Jahren en vogue.

"Das MacBook Air ist das erste einer neuen Generation von Notebooks, welche mechanisch rotierende Festplatten zugunsten von Solid-State-Flash-Speichern ersetzt", sagt Steve Jobs. Damit demonstriert der Apple-Chef aber eher den starken Selbstbezug seines Unternehmens als dessen Innovationskraft. Immerhin hat beispielsweise Sony schon im Frühjahr seine Vaio-Z-Serie komplett auf SSDs als Speichermedium umgestellt.

"Lenovo hat zudem seit einigen Jahren ein ThinkPad mit SSD. Das ist nichts wirklich neues", meint IDC-Analystin Eszter Morvay gegenüber pressetext. Dass das neue MacBook Air zudem auf ein optisches Laufwerk verzichtet, ist wiederum aus dem Ultra-Portable-Bereich bekannt. Die Apple-Präsentation "wirkt eher nach heißer Luft", so die Analystin. Apple selbst hat dazu bis Redaktionsschluss dieser Meldung nicht Stellung genommen.

Jobs zufolge hat Apple beim neuen MacBook Air umgesetzt, was das Unternehmen beim iPad gelernt hat. Neben der SSD umfasst dies beispielsweise die "leichtgewichtige Konstruktion". Tatsächlich ist das 13-Zoll-Modell des MacBook Air mit 1,32 Kilogramm etwas leichter als die gleichformatigen Vaio-Z-Modelle. Letztere warten jedoch mit einem integrierten optischen Laufwerk auf. Wer auf dem neuen MacBook Air Software von DVD installieren oder einen Film sehen möchte, ist auf ein externes SuperDrive als Zubehör angewiesen.

Pro: Schneller Start und lange Laufzeit. Letztere ist zumindest auf dem Papier beeindruckend.
Pro: Schneller Start und lange Laufzeit. Letztere ist zumindest auf dem Papier beeindruckend.

Interessanter ist, dass das neue MacBook Air einen Instant-on-Schnellstart verspricht. Dieser Vorteil hängt mit dem Festplattenverzicht zusammen. Solid-State-Speicher ist im Vergleich zu den Magnetscheiben merklich schneller. Auf dem Papier beeindruckend ist zudem die Akkulaufzeit des neuen MacBook Air. Immerhin gibt Apple in der Produktbeschreibung an, dass die 35-Wattstunden-Batterie für bis zu fünf Stunden Produktivbetrieb reicht. Das ist mehr, als Sony bei der Vaio-Z-Serie trotz einer um zwei Drittel höheren Akkukapazität verspricht.

Das neue MacBook Air bietet zudem eine integrierte Kamera für Apples Videotelefoniedienst FaceTime. Gleichzeitig hat das Unternehmen auch eine Betaversion von FaceTime von OS X gestartet, sodass der Service auch Desktop-Mac erreicht. Eine große Revolution ist das aber auch nicht. Wer nicht unbedingt ein spezielles Apple-Produkt braucht, konnte schon vor Jahren auf Laptops videotelefonieren.

Für Apple eher ungewöhlich ist, dass das 13-Zoll-Modell mit einem SD-Kartenslot aufwartet. Bei der kompakteren Elf-Zoll-Variante des MacBook Air fehlt dieser. An Verbindungsoptionen bieten beide Geräte unter anderem zwei USB-Ports, Bluetooth und WLAN nach dem schnellen 802.11n-Standard. Der Kosten eines neues MacBook Air belaufen sich je nach Ausstattung auf wenigstens 999 Euro für das Elf-Zoll-Modell respektive 1.299 Euro für die 13-Zoll-Variante. (pte)