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Lycos Europe schafft noch immer keine schwarzen Zahlen

25.07.2006
Europas viertgrößtes Internetportal Lycos Europe hat im ersten Halbjahr 2006 den Sprung in die Gewinnzone erneut verfehlt, seine Verluste aber deutlich gesenkt.

Nach einem Minus von 16,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum verbesserte sich der Fehlbetrag nach den ersten sechs Monaten 2006 auf minus 2,3 Millionen Euro, sagte Christoph Mohn, Vorstandschef der Bertelsmann-Beteiligung mit Hauptsitz im niederländischen Haarlem, am Dienstag. Der Umsatz des Unternehmens stieg im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 64,1 Millionen Euro.

Mohn bekräftigte, im Gesamtjahr erstmals ein positives Ergebnis erzielen zu wollen. Das Portal, das monatlich 28 Millionen Nutzer auf seinen Seiten zählt, schreibt seit seiner Gründung 1997 Verluste. "Wir sind auf dem richtigen Kurs", sagte Mohn. Er gehe von einer einstelligen Millionensumme aus. Derzeit gebe es Gespräche über einen möglichen Verkauf der schwedischen Tochtergesellschaft Spray, eines Breitbandanbieters.

Gute Verkäufe von .eu-Domains

Erfolgreich sei die Markteinführung der Internetadresse mit dem europaweitem Kürzel ".eu" gewesen. Lycos Europe erzielte eine Zuteilungsquote von mehr als 60 Prozent und setzte bislang mehr als 160.000 ".eu"-Domains ab, sagte Mohn. Hauptumsatztreiber waren die Sparten Bezahldienste und Shopping mit einem Umsatzanteil von 41 Prozent im ersten Halbjahr.

Im zweiten Quartal 2006 stiegen die Umsätze um neun Prozent auf 34,2 Millionen Euro, der Fehlbetrag verbesserte sich um 97 Prozent auf ein Minus von 0,2 Millionen Euro. Für das dritte Quartal rechnet Mohn mit einem Umsatz von 30 bis 33 Millionen Euro nach gut 31 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Mitarbeiterzahl sank zum Stichtag 30. Juni auf 664 nach 688 Beschäftigten Ende 2005. Künftig werde die Mitarbeiterzahl leicht wachsen. (dpa/tc)