Lufthansa Systems

Lufthansa Systems: Zum Frühstück mit dem Geschäftsführer

10.04.2002
Von in Alexandra
Als IT-Dienstleister bietet die Lufthansa Systems vor allem Softwareentwicklern und Beratern Einstiegsmöglichkeiten. Um die Mitarbeiter trotz Projektarbeit beim Kunden an sich zu binden, lässt sich das Unternehmen einiges einfallen: von After-Work-Treffs bis zum monatlichen Frühstück mit dem Geschäftsführer.

"Wir haben es durch Lohnverzicht geschafft, keinen Mitarbeiter zu entlassen." Katja Swirski, Personalreferentin bei der Lufthansa Systems AS in Hamburg, ist froh, die Durststrecke nach dem 11. September überwunden zu haben. Seit Februar ist bei der Lufthansa-Tochter, die weltweit 4300 Mitarbeiter beschäftigt und im vergangenen Jahr einen Umsatz von 650 Millionen Euro erwirtschaftete, auch der Einstellungsstopp aufgehoben.

Dass die IT-Tochter der Fluglinie als wichtiger Arbeitgeber wahrgenommen wird, zeigte nicht nur der dritte Platz in der CW-Umfrage "Best places to work". Auch die Zahl der Initiativbewerbungen nimmt stetig zu - allein bei Lufthansa Systems gingen im vergangenen Jahr 1000 Bewerbungen ein. "Trotzdem haben wir es nicht leichter, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, denn die warten angesichts des verhaltenen IT-Arbeitsmarktes lieber ab und wechseln nicht", so die Erfahrung der Personal-Managerin. Stattdessen seien zurzeit vermehrt Quereinsteiger, die sich nur auf eine bestimmte Technologie spezialisiert haben, auf Jobsuche.

Lufthansa Systems sucht jedoch Generalisten mit breiten IT-Kenntnissen, Branchen- und betriebswirtschaftlichem Wissen. Gefragt sind Informatiker, Wirtschaftsinformatiker oder -ingenieure mit praktischen Erfahrungen. Das Aufgabenspektrum ist breiter, als man bei einer Lufthansa-Tochter vermuten würde, da man nicht nur im Bereich Airline Services, sondern auch in Verlagen und dem Health-Care-Umfeld seine Dienste anbietet. Die meisten Mitarbeiter arbeiten als Softwareentwickler oder IT-Berater.

"Die Bindung der Berater an das Unternehmen ist naturgemäß schwierig, weil sie in Projekten in anderen Unternehmen tätig sind", ist sich Swirski bewusst. Die jährliche Fluktuationsrate von sieben bis acht Prozent sei denn auch zu hoch, aber angesichts des Booms in den vergangenen Jahren erklärbar. Um die Mitarbeiter, insbesondere die Berater stärker an das Unternehmen zu binden, setzt Lufthansa Systems auf eine intensive Kommunikations- und Informationspolitik: Die Mitarbeiter werden über Rundbriefe und eine eigene Zeitung informiert oder können sich auf internen IT-Messen über Fachthemen neues Wissen aneignen.

Dazu kommen Soft-Skills-Trainings, Bereichstreffen und Zusammenkünfte nach der Arbeit, um die Mitarbeiter trotz Projektarbeit regelmäßig in die Zentrale zurückzuholen. Alle drei Wochen nehmen sich auch die Geschäftsführer Zeit, um mit einzelnen Mitarbeitern zu frühstücken. Dazu Swirski: "Dafür werden nach dem Zufallsprinzip drei Mitarbeiter ausgesucht. In entspannter Atmosphäre wird dann sehr offen über alles gesprochen."

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