Infrastruktur-Outsourcing

Lufthansa Systems steigt aus

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der IT-Dienstleister räumt Teile des Servicegeschäfts, um sich auf Kunden aus der Luftfahrtbranche zu konzentrieren.
Fotolia, Y. Loukkal
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Lufthansa Systems schließt keine neuen Outsourcing-Verträge mit Kunden außerhalb der Luftfahrtbranche ab. Die laufenden Abkommen mit Anwendern, die ihre IT-Infrastruktur an die Kranich-Tochter ausgelagert haben, werden nicht verlängert. Damit gibt der IT-Dienstleister weite Teile des Servicegeschäfts auf. Das Unternehmen begründete diesen Schritt, der schon Anfang 2009 beschlossen wurde, mit einer Portfoliobereinigung: "Wir wollen uns stärker auf die Aviation-Branche konzentrieren, das ist unser Kerngeschäft", erläuterte eine Sprecherin die Entscheidung. Durch die Wirtschaftskrise hätten sich die Perspektiven in der Industrie- und Finanzbranche verschlechtert, so dass sich ein Geschäft mit Rechenzentrums-Diensten nicht mehr lohne.

Von dieser Entscheidung ist das Geschäft mit der SAP- und IT-Beratung nicht betroffen. Hier wird sich Lufthansa Sytems weiterhin branchenübergreifend engagieren. Für Kunden aus der Luftfahrtbranche wird Lufthansa Systems weiterhin das komplette Portfolio betreiben. Bislang habe die Entscheidung noch keine Auswirkungen gehabt, da noch keine Abkommen ausgelaufen sind. Der Anbieter versicherte, keine Verträge kündigen zu wollen.

Lufthansa Systems gehörte zu den wenigen IT-Ausgründungen, die sich im Konzert der großen IT-Dienstleister behaupten konnten. Die Einnahmen außerhalb des Luftfahrtkonzerns waren zuletzt auf über 40 Prozent gestiegen. Mittelfristiges Ziel ist es, den Anteil auf 60 Prozent zu verbessern. Daran hält Lufthansa Systems fest. Dabei vertraut der Dienstleister auf eine steigende Nachfrage der Fluglinien nach externen IT-Services.

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