Lünendonk: Microsoft, SAP und Oracle sind die Größten

30.05.2007
Laut der Studie des Marktforschungsunternehmens Lünendonk ("Lünendonk-Liste") für das Jahr 2006 sind die Firmen Microsoft, SAP und Oracle die Softwarehäuser mit dem größten Umsatz in Deutschland. Ermittelt wurden Einnahmen von Unternehmen, die Standardsoftware anbieten. Auch die größten IT-Berater und Systemintegratoren wurden ermittelt: IBM, Accenture und Atos Origin liegen auf den vorderen Plätzen.

Gemessen am Inlandsumsatz des Jahres 2006 ist Microsoft der größte deutsche Standardsoftwareanbieter mit 1,99 Milliarden Euro Umsatz. Dicht darauf folgt SAP, die hierzulande gut 1,88 Milliarden Euro umsetzte. Oracle landete mit deutlichem Abstand auf Platz drei - mit 527,5 Millionen Euro. Im Falle von Microsoft und Oracle verließen sich die Analysten zum Teil auf Schätzungen, da die beiden US-amerikanischen Unternehmen nicht so viele Details zu ihren Landesgesellschaften liefern.

Foto: Lünendonk

Unter Standardsoftware fasst Lünendonk Systemsoftware, Tools, Middleware und Datenbanken sowie Standardanwendungsprogramme zusammen. Die Standardapplikationen für sich legten von 2005 auf 2006 um 6,4 Prozent zu, die übrigen Kategorien um 4,8 Prozent. Insgesamt kletterte der Umsatz mit Standardsoftware um 5,6 Prozent auf 17 Milliarden Euro, wobei Lünendonk hier auf Erhebungen des IT-Branchenverbands Bitkom zurückgreift.

Auf den vierten Platz kam der Business-Software-Anbieter Infor mit 180 Millionen Euro. Im Jahr 2006 hatte das Unternehmen die Softwarekonzerne SSA Global (Baan) und Systems Union Group (zu ihr gehört unter anderem die MIS AG aus Darmstadt) gekauft. Somit tauchen diese Firmen nicht mehr in der Liste auf. Andere wie etwa der ERP-Spezialist CSB-System AG fielen raus, weil sie "zum Erhebungszeitpunkt weder offizielle Unternehmensdaten noch Anhaltspunkte für Schätzungen für 2006 zur Verfügung stellten", so Lünendonk.

Neulinge in der Liste

Zu den Neulingen im Lünendonk-Ranking zählt Adobe Systems. Der Grund: Das Unternehmen lieferte erstmals Zahlen für den deutschen Markt (Platz fünf mit 140 Millionen Euro).

Die auf Software für den Gesundheitsbereich spezialisierte Compugroup Holding verdankt ihre Listung einer Übernahme. Lawson Software hingegen ist nicht wirklich neu in der Liste, vielmehr handelt es sich um den ERP-Anbieter Intentia, der nach der Übernahme durch den amerikanischen ERP-Spezialisten Lawson nun unter anderem Namen firmiert.

Im Schnitt konnten die 25 größten Softwarefirmen ihre Einnahmen um 8,1 Prozent steigern, was allerdings nicht viel aussagt, da es, unter anderem durch Übernahmen, zu starken Schwankungen zwischen plus 24 Prozent und minus sieben Prozent kam.

Unlängst hatte das Marktforschungsunternehmen IDC eine Studie zum westeuropäischen Markt für ERP-Lösungen angefertigt. Sie kam zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2006 der Umsatz mit betriebswirtschaftlicher Standardsoftware vergleichsweise hoch ausgefallen war.

IBM ist größter IT-Berater und Systemintegrator

Neben den Standardsoftwarefirmen hat Lünendonk auch die größten deutschen IT-Beratungs- und Systemintegrationsfirmen ermittelt. Spitzenreiter ist IBM Deutschland mit etwas über einer Milliarde Euro Inlandsumsatz. Die Accenture GmbH bringt es auf 682 Millionen Euro. Dritter ist Atos Origin mit 525 Millionen Euro.

Foto: Lünendonk

Auch hier hat es einige Veränderungen in der Rangliste gegeben: Die Gedas AG ist in die Telekom-Tochter T-Systems aufgegangen und erscheint nicht mehr. Ebenso wurde die Unilog Holding in Logica CMG eingegliedert. Bearingpoint haben die Lünendonk-Experten in die Liste der separat untersuchten Management-Beratungshäuser eingruppiert, da die Firma ihr Angebot verändert habe. Ähnlich ging es Deutsche Post IT-Solutions, die nunmehr bei den IT-Service-Anbietern zu findet ist.

Neulinge im Ranking der IT-Berater und Integratoren sind BTC Business Technology Consulting AG, Danet GmbH, Syskoplan AG sowie Mieschke Hofmann und Partner. Insgesamt umfasste der Markt (laut Bitkom) im Jahr 2006 rund 15,1 Milliarden Euro gegenüber 14,3 Milliarden Euro im Jahr 2005. (fn)

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