Die perfekte Bewerbung

Lücken im Lebenslauf sind Jobkiller

Johannes Königes ist freier Autor in München.
Die Hälfte der Personaler reagiert auf Bewerbungen erst nach vier Wochen – zu lange für den Geschmack der Bewerber, von denen 67 Prozent eine Rückmeldung innerhalb von zwei Wochen erwarten. Dies geht aus dem aktuellen Umfrage-Report von Jobware hervor.

Viele Absolventen sind der Meinung, ein Auslandsaufenthalt mache sich im Lebenslauf besonders gut und verbessere die Karrierechancen. Die Mehrheit der Personaler sieht das allerdings anders: Knapp 60 Prozent sehen in einem Aufenthalt fernab der Heimat keinen signifikanten Vorsprung gegenüber Bewerbern ohne Auslandserfahrung. Ein Viertel von ihnen ist sogar der Meinung, ein Auslandsaufenthalt sei nur ein verlängerter Urlaub und auch knapp ein Drittel der Bewerber schätzt fachliche Kompetenz als wichtiger ein wie das Reisen.

Lücken im Lebenslauf sind bei Personalern nicht gern gesehen.
Lücken im Lebenslauf sind bei Personalern nicht gern gesehen.
Foto: Adam Gregor - shutterstock.com

Killer bei der Jobsuche

Laut dem Umfrage-Report von Jobware sollten Lücken im Lebenslauf tunlichst vermieden werden, wirken sie sich doch nachteilig auf die Chancen der Bewerber aus, wie 96 Prozent der befragten Personaler angaben. Wenn ja, dann sollte eine Lücke gut begründet werden, zum Beispiel mit einer Babypause oder einer Fortbildung, was auch Dreiviertel der Arbeitnehmer so sehen.

79 Prozent der Bewerber sind klar dafür, dass Gehaltsgangaben in Stellenausschreibungen ein Muss sein sollten. Nur neun Prozent sind der Meinung, dass dies keine Verpflichtung ist.

Die perfekte Bewerbung

Der Umfrage von Jobware zufolge glauben ganze 94 Prozent der Bewerber nicht, dass Initiativbewerbungen erfolgreich sind, wohingegen mehr als die Hälfte der Personaler (58 Prozent) der Meinung ist, dass sie durch Initiativbewerbungen interessante Kandidaten bekommen können.

Meistens warten Bewerber zu lange auf eine Antwort der Personaler, wie Jobware in seiner Umfrage belegt. 67 Prozent erwarten nämlich eine Rückmeldung innerhalb von zwei Wochen, während jedoch 83 Prozent der Personaler in einem Zeitfenster von vier Wochen antworten.

Aktive Mitarbeiterbindung

Eine flexible Zeiteinteilung nach Absprache erachtet sowohl die Mehrheit der Bewerber (64 Prozent) als auch der Personaler (71 Prozent) für sinnvoll. Nur verschwindend geringe zehn Prozent der Arbeitnehmer und sechs Prozent der Arbeitgeber sehen einen Vorteil in festen Arbeitszeiten.

Auch was das Weihnachtsgeld angeht, herrscht bei Personalern und Bewerbern zum Großteil Einigkeit darüber, dass es der Faktor ist, der die Mitarbeiter am nachhaltigsten motiviert. Bei Erstgenannten sind es 44 Prozent, bei Letzteren 48. Dagegen wird die betriebliche Weihnachtsfeier am wenigsten geschätzt (Personaler: zwölf Prozent, Bewerber: neun Prozent).

Personaler halten gutes Klima für kontraproduktiv

Beim Thema Arbeitsklima könnten die Standpunkte beider Parteien nicht nicht gegensätzlicher sein: Sieben Prozent der Personaler denken, dass ein freundschaftliches Klima von der Arbeit ablenkt - für 93 Prozent der Bewerber ist es jedoch sehr wichtig, sorgt es doch für mehr Spaß und Leistung bei der Arbeit.

Einigkeit hingegen herrscht wieder beim Thema Freizeit der Mitarbeiter: Diese ist eine Tabuzone, darin stimmen Personaler (91 Prozent) und Bewerber (64 Prozent) überein.

Mehr Zeit für die Familie dank flexibler Arbeitsmodelle wünschen sich 46 Prozent der Bewerber. Die Hälfte der Personaler hat diesen Trend richtig erkannt. Nur je ein Viertel der Arbeitgeber sahen Geld und Karriere als geeignete Geschenke für ihre Mitarbeiter an.