Mobilfunk der 4. Generation

LTE statt Wimax

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) rechnet mit der kommerziellen Einführung von Long-Term-Evolution (LTE) in zwei bis drei Jahren. Die Wimax-Technologie hingegen sieht der eco-Geschäftsführer Harald Summa auf dem Abstellgleis.

Die neue Technologie soll den steigenden Bedarf nach mobilen Breitbandservices decken. Dafür werden mittelfristig die Datendurchsatzraten nicht reichen, die mit UMTS zu realisieren sind. Während UMTS-Breitband eine nutzbare Datenrate von zwei bis maximal 3,6 Mbit/s erreicht, wird diese bei LTE voraussichtlich bei rund 17 Mbit/s liegen. Der eco-Verband geht davon aus, dass die technische Evolution von UMTS über HSDPA und HSUPA zu LTE die einfachste und kostengünstigste Alternative am deutschen Markt darstellt. Die neue Technologie soll es Mobilfunkanbietern ermöglichen, zehnmal mehr Anwender zu unterstützen und neben Sprache auch Dienste wie interaktive Applikationen inklusive Hochgeschwindigkeitsdatentransfer und IP-TV anzubieten.

Dem viel diskutierten und mit Vorschusslorbeeren überhäuften Konkurrenz-Standard Wimax räumt eco-Geschäftsführer Summa in Deutschland vorerst keine Marktchancen ein: „Die Versteigerung der Wimax-Frequenzen liegt fast eineinhalb Jahre zurück und es ist mittlerweile sehr ruhig um die vielversprechende Technologie geworden. Es scheint fraglich, ob die Lizenzinhaber in Deutschland ihren Ausbauverpflichtungen bis Ende 2009 werden nachkommen können.“

Auch der Telekom-Ausstatter Ericsson sieht die Zukunft bei LTE. „Wir haben Zahlen von Ovum vorliegen, nach denen es im Jahr 2012 mehr mobile Breitbandanschlüsse als feste geben soll. Gründe dafür sind sicherlich die weiterhin stark steigende Internetnutzung und fallende Preise. Wir sollten in Deutschland über die Versteigerung möglicher Frequenzbänder für LTE nachdenken“, so Dr. Christoph Bach, Leiter Business Segment Networks Deutschland bei Ericsson.