Web

 

Lotus setzt auf J2EE und Web-Services

29.01.2002
0

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Al Zollar, General Manager von IBMs Lotus Software Group, kündigte gestern im Vorfeld der Eröffnung der Hausmesse "Lotusphere" die volle Unterstützung von J2EE (Java 2 Enterprise Edition) in künftigen Produkten an. Herkömmliche Versionen von Domino/Notes soll es aber auch weiterhin geben. Bis zur nächsten Softwaregeneration Version 6 alias "Rnext" müssen sich die Anwender noch bis zum dritten Quartal gedulden.

Mit der Unterstützung von J2EE und IBMs "Websphere" als Basis künftiger Produkte - aus Sicht von Zollar eine "natürliche Evolution" - soll die Reichweite der Lotus-Anwendungen (neben Notes/Domino auch "Sametime", "Quickplace", "Discovery Server" und "Learning Space") in die entstehende Welt der Web-Services hinein ausgedehnt werden. Die Collaboration-Anwendungen sollen künftig "als Set von Applikationen und Services auf J2EE aufsetzen", so Zollar. Durch die Integration mit einer Standard-basierten Architektur ließen sich die Fähigkeiten der Lotus-Software dann in jeden Geschäftsprozess und jede Anwendung einklinken.

Um die Rolle von Domino innerhalb des IBM-Portfolio brauchten sich die Anwender keine Sorgen zu machen, versprach der Lotus-Chef: "Die Fähigkeiten von Domino werden in dieser Architektur eine wichtige Rolle spielen." Die Entscheidung für die von der Konzernmutter IBM favorisierte Java-Plattform bedeute übrigens keine Absage an Microsofts Web-Services-Ansatz ".Net". "Wir haben uns für das Modell J2EE entschieden, schließen damit aber .Net nicht aus. Wir bauen auf J2EE auf und integrieren mit .Net", lautet Zollars Kompromiss.

Neue Produktallianzen mit Cisco und Captaris sollen Lotus Notes in Richtung Unified Messaging weiterbringen. Der Client soll dann den Zugriff auf Voicemail, Fax und E-Mail unter einer Oberfläche bieten.

Von Lotus Notes und Domino 6 soll binnen 30 Tagen eine Prerelease-Version erscheinen, die endgültigen Produkte stellte Zollar für das dritte Quartal, genauer Ende September in Aussicht. Serverseitig enthält die neue Generation unter anderem ein "Pflegeset" aus dem Hause Tivoli sowie ein Toolkit, das die Planung erleichtern soll. Der Client soll die gleichzeitige Bearbeitung (und nicht nur Anzeige) mehrerer Rahmen auf der Einstiegsseite und verbesserte Kompression beim Download großer Dateianhänge bieten. Ferner soll künftig auch selektive Replikation (je nach Absenderadresse) von E-Mails möglich sein.

Mit dem letzten Major Update von 4.x auf 5 waren offenbar viele Kunden unzufrieden. Laut Zollar sind bis heute auf dem Server immerhin 80 Prozent, beim Client aber nur 60 Prozent der Nutzer auf "R5" migriert. (tc)