Trading-System

Londoner Börse setzt auf Linux-Anwendung

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die London Stock Exchange (LSE) hat das Linux-gestützte Handelssystem "Millennium Exchange" in Betrieb genommen. Es soll das auf Microsoft .NET basierende TradElect ersetzen.
Foto: Fotolia, G. Sanders

Die Entscheidung für den Umstieg fiel schon 2009, also etwa zwei Jahre, nachdem TradElect für 40 Millionen Euro auf den neuesten Stand der Technik gebracht worden war. Auch das von Accenture vorgenommene Facelifting hatte also nichts daran geändert dass Latenz und Zuverlässigkeit der LSE-Systeme gegenüber der Konkurrenz schlecht abschnitten.

Anstatt ein neues System zu entwickeln, kauft die LSE kurzerhand das Softwareunternehmen Millennium IT aus Sri Lanka, das eine passende Lösung bereits in Arbeit hatte. Sie ist in einer C++-Umgebung auf Suse Linux entwickelt worden.

In Teilbereichen hat die LSE das Millennium-System bereits seit Ende vergangenen Jahres im Einsatz. Mitte Februar erfolgte nun der mehrfach verschobene Rollout in der Breite. Die Johannesburg Stock Exchange, eine von London aus operierende Tochter der LSE, will dem Beispiel der Muttergesellschaft folgen und Millennium Exchange im kommende Jahr einführen. Das gemeinsame Handelssystem der Deutschen Börse und der New York Stock Exchange basiert ebenfalls auf Linux.