Mitarbeiter müssen wieder zittern

Loewe-Investoren machen Rückzieher

25.02.2014
Einen Monat lang durften die Loewe-Mitarbeiter Hoffnung schöpfen, jetzt geht wieder das große Zittern los. Die Investorengruppe um den einstigen Apple-Manager Gesmar-Larsen will den maroden TV-Gerätehersteller plötzlich doch nicht haben.

Nur einen Monat nach der vermeintlichen Rettung des insolventen fränkischen TV-Geräteherstellers Loewe müssen die Beschäftigten wieder zittern: Die Investoren haben plötzlich einen Rückzieher gemacht und wollen vom Kaufvertrag zurücktreten, wie Loewe am Montagabend mitteilte. Das Unternehmen will diesen Rücktritt aber nicht akzeptieren und prüft gerichtliche Schritte.

Mit seinen teuren Fernsehern hatte Loewe auf die Dauer keine Chance gegen die Konkurrenz aus Asien.
Mit seinen teuren Fernsehern hatte Loewe auf die Dauer keine Chance gegen die Konkurrenz aus Asien.
Foto: Loewe

Nach hohen Verlusten hatte der traditionsreiche Luxushersteller im vergangenen Oktober Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Im Januar hatte Loewe dann den Neustart mit einer Investorengruppe des ehemaligen Apple-Managers Jan Gesmar-Larsen und zweier Kaufleute verkündet. Aber wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstagsausgabe) berichtet hatte, fehlt der Investorengesellschaft Panthera jetzt das Geld, um die Loewe-Übernahme abzuschließen.

Wie Loewe mitteilte, haben die Investoren am Montag ihren Rücktritt vom abgeschlossenen Kaufvertrag erklärt. Loewe werde aber widersprechen und die Erwerber zum Abschluss des Geschäfts auffordern, weil "die Rücktritte ohne jeglichen Rechtsgrund erfolgten". Das Unternehmen prüfe die Einleitung von gerichtlichen Schritten.

Unterdessen hat die Loewe-Geschäftsleitung nach "BR"-Informationen Verhandlungen mit einem Investor aufgenommen, der zunächst nicht zum Zuge gekommen war. Da aus den vorherigen Verhandlungen mit diesem Investor bereits ein ausgehandelter Kaufvertrag vorliege, ist laut Loewe eine schnelle Einigung möglich. "Wenn wir jetzt schnell zu einem Abschluss kommen, kann es noch gelingen, die Zukunft zu sichern", sagt Loewe-Finanzvorstand Rolf Rickmeyer, der auch für die Restrukturierung zuständig ist. Ein schneller Abschluss wäre wichtig für die Rettung des Unternehmens, da unklar ist, wie die Gläubiger auf den Rückzug der Investorengruppe reagieren.

Die bisherigen Investoren wollten die Montage am Stammsitz Kronach erhalten und rund 400 der 550 Mitarbeiter weiterbeschäftigen. Loewe ist auf Premium-Geräte im Bereich TV und Audio spezialisiert, leidet aber unter dem Preiskampf in der Branche und der harten Konkurrenz aus Asien und schreibt rote Zahlen. (dpa/tc)