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Lockheed Martin pilotiert RFID-Einsatz

26.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der amerikanische Kriegsgerätehersteller Lockheed Martin hat intern zwei Pilotversuche mit RFID-Technik (Radio Frequency Identification) gestartet. Einer davon läuft in der Aeronautics-Sparte, der andere im Geschäftsbereich Maritime, wie "Computerwire" berichtet. Eine offizielle Ankündigung soll vermutlich binnen zwei Wochen erfolgen, wenn alle Details mit den involvierten Zulieferern abgestimmt sind.

Bei einem der beiden Piloten wird EPCGlobal-Generation-2-Technik verwendet. Das ultrahochfrequente "Gen2" wird voraussichtlich Anfang kommenden Jahres von der International Standards Organization (ISO) als weltweiter Standard für Funketiketten verabschiedet. Gen2 bietet gegenüber den älteren Standards Class 0 und Class 1 diverse Vorteile - beispielsweise eine Abschaltmöglichkeit, ein Sicherheitspasswort sowie einen höheren Durchsatz von Tags, die ein Reader pro Sekunde erfassen kann.

Die Piloten sind schon allein wegen der schieren Größe von Lockheed Martin bedeutsam. Der Konzern setzte im vergangenen Jahr rund 35,5 Milliarden Dollar um, größtenteils mit dem US-amerikanischen Verteidigungsministerium. Er sitzt mit seiner Zentrale in Bethesda, Maryland, hat 939 Niederlassungen in 45 US-Bundesstaaten und ist außerdem in 56 Ländern außerhalb der Vereinigten Staaten präsent.

Mit dem Einsatz von RFID will das Unternehmen nach eigenen Angaben die Genauigkeit seiner Lagerverwaltung um 100 Prozent und die zeitliche Effizienz seiner Lieferkette um 25 Prozent steigern. Aus technischen Gründen kann Lockheed Martin aber viele Teile nicht direkt mit Funketiketten versehen. Eine Einführung der neuen Technik wird daher in jedem Fall sukzessive erfolgen sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. (tc)