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Lizenzvorstellungen von Anwendern und Anbietern gehen weit auseinander

19.10.2004

Eine Studie der Software & Information Industry Association und der Centralized Electronic Licensing User Group hat ergeben, dass Anwender und Softwareanbieter zum Teil sehr unterschiedliche Vorstellungen verfolgen, was Lizenzbedingungen betrifft. Beide Organisationen haben in den USA knapp 400 Manager der Softwareindustrie und 100 Unternehmensnutzer befragt. Dabei kam heraus, dass derzeit rund ein Drittel der Softwareanbieter Abonnement-Modelle für den Verkauf ihrer Lizenzen favorisieren. Anwender müssen in diesem Fall regelmäßige Gebühren für die Nutzung der Lizenz und künftige Updates entrichten. Laut den Antworten der befragten Softwareanbieter wird der Anteil der Softwareanbieter mit Abonnement-basierten Lizenzmodellen bis 2006 auf rund 50 Prozent wachsen.

Die Anwender bevorzugten laut der Studie dagegen traditionelle Lizenzbedingungen. Zwei Drittel der befragten IT-Manager erklärten, auch in Zukunft die Lizenz wie bisher kaufen und unbegrenzt nutzen zu wollen. Regelmäßige Zahlungen will diese Klientel nur für die Wartung der Software akzeptieren. Damit offenbare sich eine deutliche Erwartungslücke zwischen Anbietern und Kunden, so das Fazit der Studie.

"Die Ergebnisse zeigen den Unterschied zwischen Nachzüglern und Innovatoren", interpretiert Daniel Greenberg, Vice President von Macrovision, Anbieter von Digital-Rights-Management- (DRM-)Lösungen sowie Techniken für Softwarelizenzierung und Sponsor der Studie, die Resultate. Während die Softwareindustrie neuen Trends offener gegenüberstehe, sei die Bereitschaft für Veränderungen auf der Unternehmensseite eher gering. Sollten die Anbieter künftig verstärkt Lizenz-Abonnements anbieten, könne es zu Konflikten kommen, prognostiziert Greenberg.

Anwender bevorzugen außerdem herkömmliche User-basierte Messmethoden für die Nutzung ihrer Lizenzen. Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, auch in Zukunft daran festhalten zu wollen. Dagegen gehen die Softwareanbieter verstärkt dazu über, alternative Messmetriken anzubieten, die sich nach der Gesamtzahl der Nutzer, der Zahl der Transaktionen oder der Nutzungsdauer orientieren. Rund 50 Prozent der Softwarehersteller haben ihre Angebote bereits entsprechend modifiziert. Greenberg zufolge werden die Softwarehersteller ihren Kunden jedoch kein Modell zwingend vorschreiben. Er gehe davon aus, dass die User künftig selbst entscheiden können, nach welchem Modell ihre Lizenznutzung gemessen werden soll. (ba)