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Lizenz-Deal mit Toshiba beflügelt Rambus-Aktie

19.06.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Aktie von Rambus kletterte am vergangenen Freitag um sagenhafte 45 Prozent auf 82,1875 Dollar, nachdem der Speicher-Designer ein ungewöhnliches Lizenzabkommen mit Toshiba bekannt gegeben hatte. Demnach wird der japanische Elektronikkonzern künftig Lizenzgebühren für Rambus-Technologien zahlen, die er in verschiedenen Speicherprodukten verwendet. Dazu gehören SDRAM (Synchronous Dynamic Random Access Memory), DDR-SDRAM (Double Data Rate SDRAM) und FCRAM (Fast Cycle RAM). Diese Technologien, die nach Expertenmeinung rund 80 Prozent aller DRAM-Chips auf dem Markt verwenden, basieren teilweise auf Rambus-Patenten, waren jedoch bislang kostenfrei. Da die teuren Rambus-Speicher RDRAM (Rambus DRAM) sich bislang kaum im Markt durchsetzen konnten, ergibt sich für Rambus möglicherweise eine neue Einnahmequelle.

Bedeutsam ist die Zahlbereitschaft von Toshiba auch unter dem Gesichtspunkt, dass der US-Speicherspezialist den japanischen Elektronikmulti Hitachi Anfang des Jahres auf Patentverletzung verklagt hat. Dieser soll mit zahlreichen Produkten (vor allem Speichermodulen und den RISC-Chips der "SH"-Familie) wissentlich gegen Rambus-Patente verstoßen haben (CW Infonet berichtete). Rambus hatte den Japanern im Zuge einer Lizenzierung den Zugriff auf bestimmte Technologien gestattet, weil sie ursprünglich Rambus-Speicherbausteine (RDRAMS) bauen wollten. Statt dessen, so der US-Speicher-Designer, habe Hitachi die Technik nun in völlig anderen Produkten genutzt.

Toshibas Zahlbereitsschaft könnten künftig andere Unternehmen folgen. Insider vermuten, dass sich auch der koreanische Hersteller Samsung für eine Lizenzzahlung an Rambus entscheiden werde.